Diverses „Pauschal von einer Kreditklemme zu sprechen, ist falsch“

Commerzbank-Vorstand Markus Beumer warnt vor einer vorschnellen Verurteilung der Kreditinstitute. Richtig sei jedoch, dass langfristige Kredite derzeit kaum vergeben werden könnten.

In einem Interview mit impulse sagte der für das Firmenkundengeschäft zuständige Vorstand Beumer, „pauschal von einer Kreditklemme zu sprechen, ist falsch“. Die Commerzbank stelle Firmen Kreditlinien von mehr als 130 Milliarden Euro zur Verfügung, von denen aktuell etwa 30 Prozent nicht in Anspruch genommen werden. Richtig sei jedoch, dass „langfristige Finanzierungen derzeit kaum darstellbar sind“. Kredite mit 15 bis 20 Jahren Laufzeit könne die Commerzbank zurzeit nicht vergeben, da am Kapitalmarkt kaum Mittel für solche Zeiträume zu bekommen seien.

Gegenüber impulse bestätigte Beumer, dass sich der Bund als Anteilseigner aus dem
operativen Geschäft komplett raushält: „Durch die Beteiligung des Bundes hat sich bei uns nichts geändert“. Management-Entscheidungen würden vom Vorstand getroffen und nicht von den Aktionären oder ihren Vertretern im Aufsichtsrat.

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Aus der Übernahme der Dresdner Bank haben sich im Firmenkundengeschäft laut Beumer „in wenigen Einzelfällen Klumpenrisiken gebildet“. Betroffen seien Firmen, die bei beiden Instituten Kredite hatten. Man habe aber genug Zeit, um gemeinsam mit dem Kunden nach Lösungen zu suchen. „Durch Schnellschüsse würden wir Firmen womöglich in die Insolvenz treiben. Und dann müssten wir die Kredite komplett abschreiben“, sagte Beumer im Interview.

Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg, künftig insolvenzbedrohte Banken unter staatliche Zwangsverwaltung zu stellen, findet Beumers Zustimmung. „Grundsätzlich finde ich es richtig, Maßnahmen zu erarbeiten, um die katastrophalen Folgen von Bankpleiten zu verhindern“, sagte der Commerzbank-Vorstand. Er sei allerdings skeptisch, ob staatlich bestelltes Personal ohne Erfahrung im Bankmanagement geeignet für die Fürhung der betroffenen Institute wäre.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen impulse-Ausgabe (9/2009), die am 27. August im Handel erscheint.

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