Diverses Per Laser zum perfekten Klang

Wertvolles Vinyl gehört nicht auf den Plattenspieler. Die Nadel schleift die Tonspur glatt, am Ende gewinnt das Rauschen die Oberhand. Trotzdem gibt es einen Weg, lieb gewonnene schwarze Scheiben über lange Zeit hinweg ohne Einbußen genießen zu können: In den Plattenspielern der japanischen Firma ELP übernehmen kontaktfreie Laser die Arbeit des Tonarms.

Und das zum Teil so gut, dass selbst verrauschte Platten wieder erstaunlich frisch klingen. Die Erklärung ist einfach: Während der klassische Tonarm die Rille beständig im Tal abtastet und dabei seine Spuren hinterlässt, lässt sich der Laser auf höhere, nahezu unberührte Gebiete ausrichten. So erreichen längst verloren geglaubte Klänge wieder die Neuzeit.

Blitzschnelle Regelsysteme

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Knackpunkt im wahrsten Sinne des Wortes sind verschmutzte Platten. Jedes Staubkorn erzeugt ein hörbares Knacken in der Wiedergabe, da der Klang über die Oberflächen-Struktur des Vinyls zustande kommt. Um dem entgegenzuwirken, ist der Player mit einer zuschaltbaren Rauschunterdrückung ausgestattet. Sie reduziert Knacken und Rauschen in Echtzeit über einen frei justierbaren Schwellenwert. Auch mit farbigen Scheiben hat der Laser-Turntable seine Schwierigkeiten, ebenso mit Platten aus wiederverwertetem Vinyl. Flexibel zeigt er sich bei leicht welligen Schallplatten, Unterschiede von bis zu sechs Millimetern kann die Mechanik im Inneren des Gerätes ausgleichen.

Und dazu bedarf es diverser Technik – denn die Schallplatte, das lässt der Hersteller ELP gerne wissen, wurde nicht für eine Laserabtastung konzipiert. So muss das Gerät flexibel auf unterschiedliche Faktoren wie Rillenbreiten und -tiefen, Spurwinkel und anderes reagieren. Auch kommt der Sound nur zustande, wenn der Lichtstrahl immer im gleichen Abstand zur Oberfläche steht. Deshalb bewegen blitzschnell agierende Regelsysteme den Laser parallel zum Höhenschlag.

Durchweg analoge Signalverarbeitung

Im Gegensatz zur CD werden die Klänge an keiner Stelle digitalisiert, vom Lesevorgang bis zur Ausgabe bleiben die Daten durchgehend analog. Dafür sorgt ein ausgeklügeltes System von Photosensoren, das die reflektierten Lichtstrahlen in Stromschwankungen umsetzt. Gerade der kalkulierte Qualitätsverlust der CD durch die Digitalisierung ruft immer wieder kritische Klang-Enthusiasten auf den Plan.

Der Laser-Turntable vereint nun die Vorteile der CD mit den Vorzügen des analogen Klanges. Während des Abspielens bleibt die Platte unberührt und damit unverändert. Das Gerät erkennt die Pausen zwischen den Stücken und lässt damit Titelsprünge zu. Sogar eine Programmierung ist möglich. Als weiterer, positiver Effekt fällt die Eigendynamik des Tonarms weg, was beispielsweise in der Stereo-Wiedergabe deutlich wird. Während sich die klassische Abtastung gegenseitig beeinflusst, liest die Lasertechnik beide Kanäle sauber voneinander getrennt aus – so, wie sie einst auf die Scheibe gepresst wurden.

Player in mehreren Versionen

Die erste Generation der Lichtstrahlen-Spieler kam in den 80er Jahren auf den Markt. In der Zwischenzeit wurde die Technik überarbeitet; 2003 stellte ELP die aktuelle Generation vor. Neben einer verbesserten Soundwiedergabe wurden die Geräte nun auch mit einer Fernbedienung ausgestattet.

Der Player wird in mehreren Ausbaustufen angeboten. Die Grundversion „ELP LT-1LRC“ liest 7″, 10″ und 12″-Scheiben mit 30 – 50 U/min (Umdrehungen pro Minute), das Spitzenmodell „2XRC“ kommt mit 7″, 8″, 9″, 10″, 11″, 12″-Größen zurecht sowie Geschwindigkeiten von 30 – 50 und 60 – 90 U/min. Die Geräte werden in Japan mit Spezialwerkzeug einzeln von Hand montiert und enthalten extra für den Player gefertigte Bauteile. So kommen Nettopreise zwischen 15.000 und 19.000 US-Dollar pro Player zustande.

Bezugsquellen

ELP-Chef Sanju Chiba sind vor allem zwei Zielgruppen wichtig: Sammler, die ihre Schätze genießen wollen, ohne die Platte dabei zu zerstören – und Soundliebhaber, denen der analoge Klang der Musik über alles geht. Im Jahr 2005 wurde der 1.000ste Laser-Player verkauft, deren Besitzer bilden durchaus so etwas wie eine exklusive Gemeinschaft.

Einen offiziellen Händler in Deutschland gibt es laut ELP Corporation zur Zeit nicht, auf deren Homepage werden aber Bezugsquellen unter anderem in England, Frankreich und Italien angegeben. Natürlich lassen sich die Geräte auch direkt in Japan bestellen. ELP gibt die Lieferkosten nach Deutschland mit etwa 420 US-Dollar an.

Die in Berlin ansässige B.E.S.T. Digital Media hat die Geräte ebenfalls im Sortiment und bietet Interessierten an, den Laser-Player in Berlin oder vor Ort vorzuführen.

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