Diverses Pessimist mit Schmetterling

Unvergesslich sind das verschmitzte Grinsen von Max und der schelmische Augenaufschlag von Moritz - die Streiche der beiden Lausbuben finden sich schließlich seit mehr als hundert Jahren in den Bücherregalen unserer Kinderzimmer. Ihr Erfinder, Wilhelm Busch, feiert am 15. April seinen 175. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover unter dem Titel "Pessimist und Schmetterling" zwei Ausstellungen, die Busch als Maler, Zeichner, Dichter und Denker präsentieren.

„Soviel Busch wie nie“ heißt die erste Ausstellung, in der es 247 Ölbilder und 144 Zeichnungen des Künstlers zu bestaunen gibt. Dem Betrachter zeigt sich dabei die Vielseitigkeit und künstlerische Entwicklung, die Busch mit den Jahren erlebt hat. Neben den sorgfältig gezeichneten Arbeiten aus seiner Studienzeit hängen Bilder des erwachsenen Malers, bevor die expressiven und abstrakten Zeichnungen der 1890er Jahre die letzte Phase seines künstlerischen Schaffens bezeugen.

Zu dieser Zeit malte er keine realen Naturgegenstände mehr, sondern hatte seine eigene Vorstufe der Abstraktion entwickelt. Damit war Busch seiner Zeit mehr als voraus, denn diese Kunstrichtung ist erst gut zwanzig Jahre später für die europäische Malerei charakteristisch geworden. Neben den populärsten Werken des Künstlers zeigt das Hannoveraner Museum auch bislang nie ausgestellte Bilder und sorgt so selbst bei bekennenden Busch-Fans für Erstaunen.

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Die zweite Ausstellung trägt den Namen „Wilhelm Busch. Avantgardist aus Wiedensahl“. Sie beschäftigt sich mit Buschs Einfluss auf die Entwicklung moderner Comics. Anhand mehrerer Stationen wird die Entwicklung von Bildergeschichten à la Max und Moritz bis zum amerikanischen Zeichentrickfilm erläutert.

Dabei offenbart sich dem Ausstellungsbesucher eindrucksvoll der große Einfluss des deutschen Künstlers auf die amerikanische Trickfilmindustrie. Busch unterteilte seine Bildergeschichte in klare Sequenzen – eine Idee, die Jahre später entscheidenden Einfluss auf die Entstehung des amerikanischen Comics nehmen sollte. Daneben inspirierte die für Buschs Geschichten typische Schadenfreude amerikanische Zeichner wie Rudolph Dirks und Richard Outcault zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Nicht zuletzt befasst sich diese Ausstellung mit der Prosa Wilhelm Buschs. So erfährt der Besucher, dass nicht nur die Zeichnungen, sondern auch die Texte des Künstlers seiner Zeit weit voraus waren.

Die Ausstellung „Soviel Busch wie nie“ ist bis zum 3. Juni im Westflügel des Wilhelm-Busch-Museums zu sehen, „Wilhelm Busch. Avantgardist aus Wiedensahl“ wird bis zum 18. November im Obergeschoss des Hauses gezeigt. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr

Samstag, Sonn- und Feiertags von 11 bis 18 Uhr

www.wilhelm-busch-museum.de

www.wilhelm-busch-jahr.de

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