Diverses Pfingst-Festspiele in Salzburg

Wer Pfingsten dort verbringt, wo die Porsches, die Thurn und Taxis, die Vivils und die Sixts die Feiertage totschlagen, der kann nicht all’ zu viel falsch machen - vorausgesetzt er hat das nötige Kleingeld: An diesem Wochenende trifft sich Kultur und Prominenz auf den Pfingst-Festspielen in Salzburg.

Was halten Sie von dieser Geschichte? Unsere Kanzlerin hat zwei Söhne. Das Eheweib des einen Sohns schickt sie als Bundeswehrsoldatin nach Afghanistan – weil sie eine andere Frau für den jungen Mann vorgesehen hat. Doch die wiederum will eigentlich den zweiten Sohn der Kanzlerin heiraten.

Ganz schön kompliziert, sagen Sie: Das klingt doch gar nicht nach Deutschland sondern eher nach Berlusconi-Italien oder Sarkozy-Frankreich. Mag sein. Angeblich jedoch ereignete sich diese Geschichte vor vielen, vielen Jahrhunderten im alten Griechenland. Deshalb ging es auch nicht um unsere Kanzlerin sondern den Griechenkönig Demofoonte.

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Wenn Sie diese Story trotzdem interessiert und Sie sich die ziemlich verzwickte Handlung auch noch von Klassikstars wie Dmitry Korchak oder Eleonora Buratto vorsingen lassen wollen, dann sollten Sie zu den Pfingstfestspielen nach Salzburg reisen. Wer Pfingsten dort verbringt, wo die Porsches, die Thurn und Taxis, die Vivils und die Sixts die Feiertage totschlagen, der kann nicht all’ zu viel falsch machen – vorausgesetzt er hat das nötige Kleingeld. So ganz billig ist Salzburg während der Festspiele nicht, aber dafür gibt es in der historischen Mozart-Stadt jede Menge Kunst und Kultur.

Ganz besonders lockt in diesem Jahr Niccolò Jommellis Oper „Demofoonte“ – ein eher selten gespieltes Werk, das in vier Fassungen vorliegt. Dirigent Riccardo Muti wählte die letzte, erstmals 1770 aufgeführte, Version des Dreiakters, in dem auch noch Götter ihr Unwesen treiben. Aber damit nicht genug: Vom 29. Mai bis zum 1. Juni können Sie sich bei den Festspielen auch noch vier andere hochkarätig besetzte Musikereignisse anhören und ansehen.

In „La Tentazione del Male – Die Versuchung des Bösen“ zum Beispiel geht es um jede Menge Intrigen und Liebschaften im historischen Neapel, in „Könnten Engel sprechen …“ verzaubert Sie der junge Countertenor Philippe Jaroussky mit Kastratengesängen. Aber auch der Rest der alten Bischofsstadt mit ihren Luxusabsteigen und Fresstempeln garantiert ein stressfreies Pfingstfest. Es sei denn Sie kommen aus dem Porsche- oder dem Volkswagen-Clan – Emissäre beider Familien trafen sich vor wenigen Tagen in Salzburg zu Befriedungsgesprächen über die Zukunft der beiden verfeindeten Autokonzerne. Doch dabei soll es nicht nur friedlich zugegangen sein. Aber das wiederum ist eine ganz andere Geschichte.

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