Diverses Pleiten, Pech und Hoffnungen

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Nach Hertie und SinnLeffers hat jetzt der Uhrenhersteller Junghans Insolvenz angemeldet - schon wieder trifft es also ein deutsches Traditionsunternehmen. Untergangsstimmung in der deutschen Wirtschaft? Im Gegenteil, sagt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer.

Herbststimmung in der deutschen Unternehmenslandschaft? Wie die Blätter, so scheint es, fällt derzeit eine bekannte Firma nach der anderen in die Insolvenz. Vor wenigen Wochen erst Hertie und SinnLeffers, jetzt auch noch der deutsche Uhrenhersteller Junghans. Das traditionsreiche Unternehmen aus dem Schwarzwald gab einst rund 1700 Menschen Arbeit, heute ist es im Besitz der angeschlagenen deutsch-chinesischen Gesellschaft Egana Goldpfeil und beschäftigt nur noch 120 Mitarbeiter.

Herbstfrust ist trotz dieser Zahlen nicht angebracht: Denn die Unternehmens-Meldungen zeigen auch eine Entwicklung auf, die durchaus positiv ist. Warteten die Verantwortlichen an der Firmenspitze früher meist so lange mit der nötigen Umstrukturierung, bis es zu spät und das Unternehmen verloren war, reagiert die heutige Unternehmer-Generation schneller. So ist SinnLeffers nicht am Ende, sondern hat Plan-Insolvenz angemeldet, um trotz aller Schwierigkeiten, aus eigener Kraft wieder auf die Füße zu kommen. Und auch bei Junghans sollen morgen nicht die Lichter ausgehen. Es wird ein solventer Käufer gesucht, der den Uhrenmacher fit für die Zukunft macht. Unternehmenspleiten sind eben so unnötig wie Zahnschmerzen – wer frühzeitig handelt, verhindert Schlimmeres.

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