Diverses Praxistipps für Unternehmer

Warenkredit-Versicherung: Praxistipps für Unternehmer

Kluge Firmen holen mehr aus ihrem Kreditversicherer heraus als nur finanziellen Schutz. Mit dessen Hilfe haben sie beispielsweise kontinuierlich die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden im Visier und erkennen rechtzeitig, wann ein Auslandsengagement zum Krisengebiet wird. Durch geschickte Risikoverteilung sparen sie Prämien. Und wenn es darum geht, säumige Zahler munter zu machen, schicken sie ihren Versicherer ins Feld.

  • Das Know-how der Versicherer aktiv nutzen.
  • Die Versicherungsgesellschaften bieten ihren Kunden drei wertvolle Informationsdienste an: a) Sie beurteilen bei der obligatorischen Risikoprüfung die Kreditfähigkeit neuer Kunden. Schützt Firmen vor faulen Kunden. b) Sie überwachen im Rahmen eines Monitorings fortlaufend die Kreditfähigkeit von Unternehmen und geben Alarm, wenn sich deren Zahlungsfähigkeit verschlechtert. Schützt Firmen vor unliebsamen Überraschungen. c) Sie registrieren in allen Ländern politische und ökonomische Veränderungen und bewerten deren Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit der dort ansässigen Firmen. Bewahrt Firmen vor Turbulenzen.
  • Risiko regelmäßig überprüfen.
  • Bei vielen Versicherern können Firmen Prämie sparen, indem sie Lieferungen an traditionsreiche Konzerne (Blue Chips) nicht in den Versicherungsschutz aufnehmen. Dahinter steckt die Annahme, dass Multis auch verlässliche Zahler sind. Die Versicherer raten inzwischen davon ab, weil die aktuelle Erfahrung lehrt, dass auch gute Kunden unversehens kippen können. Deshalb sollten Firmen auch diesen Umsatzanteil in den Versicherungsschutz integrieren. Zudem regelmäßig überprüfen, ob alle Neukunden im versicherten Umsatzvolumen berücksichtigt sind.
  • Gezielt versichern.
  • Prinzipiell gilt, dass ein Unternehmen seinen gesamten Umsatz versichern muss. Damit wollen die Versicherer vermeiden, dass Firmen ihnen nur die risikoreichen Forderungen aufhalsen. Eine Ausnahme gibt es: Die Versicherer bieten ihren Kunden die Möglichkeit, jenen Teil ihres Umsatzes aus dem Versicherungsschutz herausnehmen, der einen bestimmten Betrag nicht überschreitet – beispielsweise 20 000 Euro. Diese für ein Unternehmen nicht unbedingt existenzbedrohenden Forderungen sind dann zwar auch nicht versichert, die Firma spart aber Prämien. Mit Fachbegriff „Durchgehend benannten Versicherung“ bezeichnen die Versicherer hingegen eine Abmachung mit ihrem Kunden, nach der er alle Kunden unabhängig von der Forderungshöhe benennen muss. Damit begrenzen sie ihr Risiko. Vorteil für das Unternehmen: Im Versicherungsfall ist sein Selbstbehalt geringer – zum Beispiel 30 Prozent statt 35 Prozent.
  • Säumige Zahler munter machen.
  • Normalerweise zahlen die Warenkredit-Versicherer nur bei Zahlungsunfähigkeit eines Kunden. Die liegt beispielsweise dann vor, wenn der einen Insolvenzantrag stellt. Firmen können den Versicherungsschutz über den „Protracted Default“-Einschluss ausweiten, so dass sie auch dann an ihr Geld kommen, wenn der Kunde unwillig ist, die Zahlung zu leisten. Nach Ablauf von 180 Tagen zahlt der Versicherer den Betrag. Der aber versucht zuvor, selber an das Geld zu kommen. Im Fall der Zahlungsunwilligkeit muss das Unternehmen deshalb seinem Versicherer einen Interventionsauftrag erteilen. Zusatztipp: Mit dem Versicherer vorher klären, ob weitere Kosten auf das Unternehmen zukommen – etwa ein Erfolgshonorar bei geglücktem Einzug oder bei vergeblichen Bemühungen entstandene Anwaltshonorare und Gerichtskosten. Die Zusatzleistung Protracted Default lässt sich für jede Warenkreditversicherung vereinbaren. Sie kostet beispielsweise bei der Allgemeinen Versicherung 10 Prozent des vereinbarten Promillesatzes.

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