Diverses „Preistreiber ist der Staat“

Drei Fragen an Berthold Bonekamp, 54, Vorstandsvorsitzender der RWE Energy AG und Vorstand der RWE AG.

impulse: Steigen die Energiepreise weiter?

Bonekamp: Die Kosten für Primärenergieträger klettern derzeit in die Höhe, das ist ein europaweiter Trend. Damit steigen für uns auch die Beschaffungspreise an den Strombörsen. Hinzu kommt außerdem ein weiterer Anstieg der staatlich bedingten Kosten.

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Deshalb haben Sie jetzt zugelangt?

Von Zulangen kann keine Rede sein! Wir sind
vielmehr zum Handeln gezwungen: auch, weil wir durch die Verpflichtung, Strom aus erneuerbaren
Energien in unsere Netze einzuspeisen,
kontinuierlich steigende Kosten zu tragen haben.
Insbesondere durch das zum 1. August novellierte
Erneuerbare-Energien-Gesetz treff en uns über
einen neuen Lastenausgleich zwischen windschwachen
und windstarken Regionen erhebliche
Zusatzkosten. Der Zeitpunkt ist deshalb alles
andere als willkürlich gewählt.

Ist Ihre Preispolitik nicht ein Konjunkturkiller für den Mittelstand?

Das ist schlicht falsch. Preistreiber ist der Staat: Sein Anteil am Strompreis ist seit 1998 erheblich gestiegen. Für den Bereich Industriekunden hat sich der Staatsanteil am Strompreis seit 1998 verzehnfacht, während die Nettostrompreise ohne staatlichen Anteil um fast 30 Prozent gesunken sind. Die Auswirkungen auf unsere Kunden und den Standort Deutschland betrachten wir allerdings mit Sorge: Nichts gegen die Förderung erneuerbarer Energien – aber man muss den Kunden auch sagen, dass das seinen Preis hat.

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