Diverses Printmedien

Nachfolgend möchten wir Ihnen einen Überblick über die Printmedien in Deutschland geben und beschreiben, wer sich für was interessiert.

Lokale Printmedien sind lokale Tageszeitungen, lokale Boulevardzeitungen, Lokalseiten der Bild-Zeitung, Stadtmagazine sowie kostenlos verteilte Anzeigenblätter:

Lokale Tageszeitungen interessiert die Wirtschaft vor Ort. Hier sind die im zweiten Kapitel vorgestellten Unternehmensthemen und PR-Methoden für kleine und mittelständische Unternehmen gute Aufhänger für Pressegespräche oder Pressemitteilungen. Oder Sie berichten der Zeitung über Trends oder ein Problem, das viele Unternehmen Ihrer Art haben und werden als Fallbeispiel in einen Bericht einbezogen. Sie könnten auch eine Serie zu Themen wie „soziales Engagement“, „Existenzgründer der Region“, „Erfinder der Region“ und so weiter anregen. In jedem Fall sollten Sie den persönlichen Kontakt zu Lokalredakteuren oder alternativ zu den freien Mitarbeitern der Zeitungen suchen.

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Lokale Boulevardzeitungen haben keinen Wirtschaftsteil. Hier beherrschen Themen wie sex and crime, Klatsch, Sport, Bundes- und Lokalpolitik, Skandale sowie kuriose Meldungen die Blätter. Wirtschaftsmeldungen findet man hier eher vereinzelt über Konzerne oder über ein größeres mittelständisches Unternehmen, das massiv Stellen abbaut.

Dennoch ist es sinnvoll, auch bei der Boulevardzeitung vor Ort anzufragen, ob diese an Ihren Unternehmensmeldungen Interesse hat. Wenn der zuständige Redakteur Ihre Hintergründe kennt, kann er auch eher für Sie Verständnis haben, wenn Sie beispielsweise Stellen abbauen müssen.

Den einfachsten Weg in eine Boulevardzeitung bieten Gewinnspielkooperationen. Weitere Aufhänger für Berichte sind ungewöhnliche Geschichten, interessante/kuriose Maßnahmen oder eine Wohltätigkeitsgala mit lokaler Prominenz.

Stadtmagazine wenden sich oftmals an ein jüngeres Publikum. Wenn Sie junge Medien ansprechen wollen, dann sollten Ihre PR-Maßnahmen und Themen auch auf ein junges Publikum zugeschnitten sein. Themen der Stadtmagazine sind Kultur, Gastronomie, Nachtleben, Sport, Reise, Mode, Gesundheit und Beauty. Zum Teil aber auch Wirtschaftsthemen.

So wurde eine kleine redaktionell gestaltete Broschüre auf die Titelseite der „Prinz Düsseldorf“ zur lokalen Werbebranche geklebt (die so genannte Heft-auf-Heft-Methode). Themen waren Kontakt-, Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten, denn dafür interessieren sich junge Menschen. Wie Boulevardzeitungen sind auch Stadtmagazine offen für Gewinnspielkooperationen.

Die folgende Seite befasst sich mit der Bedeutung der Anzeigenblätter und bunter Themen für lokale PR.

Kostenlose Anzeigenblätter werden von mehr Menschen gelesen als viele vermuten. Daher müssen diese genauso Ernst genommen werden. Auch die Anzeigenblätter sollten Sie in Ihre PR unbedingt mit einbeziehen und persönliche Kontakte zur Redaktion aufbauen.

Alle lokalen Medien sind auch an den so genannten bunten Meldungen interessiert, in denen das Menschliche im Mittelpunkt steht. Beispielsweise könnten Sie der Lokalzeitung, der Boulevardzeitung oder dem Anzeigenblatt im Sommer eine Serie zum Thema „Heiße Jobs“ vorschlagen. Die Zeitung berichtet dann darüber wie Schlosser, Bademeister und Bauarbeiter mit der Hitze umgehen, wie sich die Hitze auf die Stimmung und den Arbeitsalltag auswirkt.

Beispiele für bunte Themen, die Sie als Person betreffen:

  • Wie kamen Sie auf Ihre Geschäftsidee, gibt es dazu eine ungewöhnliche Anekdote oder Geschichte zu erzählen?
  • Konnten Sie Hobby und Job unter einen Hut bringen?
  • Konnten Sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen?
  • Hatten Sie einen ungewöhnlichen Werdegang? Zum Beispiel: „Vom Dachdecker zum erfolgreichen Galeristen“?
  • Gab es Brüche in Ihrem Werdegang? Zum Beispiel: „Wie der Phönix aus der Asche“?
  • Sind Sie besonders jung für Ihren beruflichen Erfolg oder besonders alt für Ihren beruflichen Wiedereinstieg?
  • Reisen Sie viel durch die Weltgeschichte, um neue Geschäftskontakte zu knüpfen oder Produkte zu entdecken? Können Sie darüber berichten, wie sich die unterschiedlichen Kulturen oder Mentalitäten auf Ihre Auslandsgeschäfte auswirken?

All dies können weitere interessante Aufhänger für die Lokalpresse sein. Wenn Sie eine Idee entwickelt haben, sollten Sie Ihre Geschichte in einer Überschrift oder einem Satz treffend zusammenfassen können. Zeigt die Redaktion kein Interesse, können Sie auch eine Serie zum Thema Ihrer Geschichte anregen.

Die drei folgenden Seiten widmen sich den überregionalen Medien.

Überregionale Medien – Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Wirtschaftspresse, Nachrichtenmagazine: Die Welt, Die Zeit, FAZ, Bild, Spiegel, Focus, Financial Times Deutschland, Wirtschaftswoche, impulse etc.

Die überregionalen Tageszeitungen, die Wirtschaftspresse und Nachrichtenmagazine interessieren sich in der Regel nur für Unternehmen ab einer bestimmten Umsatzgröße. Es sei denn, ein kleines oder mittelständisches Unternehmen fällt durch bahnbrechende Leistungen, interessante Erfindungen, ungewöhnliche Ideen oder Maßnahmen auf, ist in irgendetwas führend oder Erster oder wird als Fallbeispiel in einen Bericht aufgenommen.

Dabei sollte Ihr Thema für viele Leser interessant sein, sie betreffen oder für viele bedeutsam sind. Haben Sie keine Scheu vor den überregionalen Medien, wenn Sie entsprechende Informationen haben, die nützlich, ungewöhnlich, selten oder neuartig sind.

Beispielsweise berichtete „Die Zeit“ ausführlich über eine kleine Werbeagentur, die ein neuartiges Konzept zur Teammotivation entwickelt hatte. Die „Bild am Sonntag“ und andere überregionale Medien berichteten im Ressort Internet über die erste Internetplattform, mit der es möglich ist, Hochzeiten zu organisieren. Dabei bestand die Firma hinter der Plattform lediglich aus zwei Personen.

Der „Focus“veröffentlichte zehn Tipps einer mittelständischen Unternehmensberatung, wie Existenzgründer einen Risikokapitalisten (Venture Capitalist) überzeugen können, Geld zu investieren. „Der Spiegel“ brachte ein Portrait über den ungewöhnlichen Werdegang eines Musikers zum erfolgreichen Anbieter von IT-Lösungen.

„impulse“ berichtet regelmäßig über mittelständische Unternehmen, die etwas Besonderes geleistet oder neuartige Geschäftskonzepte entwickelt haben und nimmt Firmen als Fallbeispiel in einen Artikel mit auf, um beispielsweise über neue Trends und Entwicklungen zu berichten. Zudem sind Online-Redaktionen von überregionalen Medien nicht selten an Kooperationen (Gewinnspiele/Ratgeber) interessiert.

Tipp: Keep it simple and short.
Redakteure stehen oft unter Zeitdruck. Wenn Sie einen Redakteur anrufen, dann fragen Sie erst, ob er oder sie eine Minute Zeit für einen Themen- oder Kooperationsvorschlag hat. Dann formulieren kurz Sie Ihren Vorschlag. Auf Nachfrage sollten Sie mit ein paar Sätzen begründen können, warum Sie glauben, dass Ihr Thema und Ihre Informationen für die Leser interessant sein könnte. Halten Sie Pressetexte oder Konzepte (ein bis maximal zwei Seiten) bereit, falls nähere Informationen gewünscht werden.

Auf der nächsten Seite wird erläutert, wofür sich die Publikumspresse und Special-Interest-Medien interessieren.

Überregionale Medien – Publikumspresse:
Frauenzeitschriften (Für Sie, Elle, Vogue, Bild der Frau, Freundin etc.), Männerzeitschriften (GQ, Men’s Health etc.), Yellow Press (Bunte, Gala, Neue Revue, Gala etc.), Jugendzeitschriften (Bravo, Popcorn), Fernsehzeitschriften (Hörzu, TV Movie, TV Spielfilm, Prisma etc.)

Die Themen der Publikumspresse bewegen sich überwiegend zwischen Klatsch, Sport, Mode, Technik, Kultur, Beauty, Gesundheit und Psychologie. Hier sind auch bunte Themen und Geschichten prominenter Persönlichkeiten gefragt. Zum Teil werden auch neue technische Produkte und Kosmetika vorgestellt und Ratgeberservices angeboten.

Diese Zeitschriften sind für Unternehmen interessant, die themenaffine Produkte und Dienstleistungen anbieten. Etwa ein mi
ttelständischer Hersteller von Luxusuhren, der gemeinsam mit „GQ“ die Top-Newcomer des Jahres aus Wirtschaft, Mode und Kultur kürt. Portraits von erfolgreichen Jungunternehmerinnen in der „Freundin“ im Rahmen einer Serie.

Ebenso sind bei der Publikumspresse Gewinnspiele beliebt. Beispielweise verloste ein Telekommunikationsunternehmen gemeinsam mit der Frauenzeitschrift „Freundin“ 100.000 Telefonminuten. Ein Mitbewerber verloste gemeinsam mit „TV Movie“ eine Million Telefonminuten und kam damit sogar auf die Titelseite.

Überregionale Medien – Special Interest:
Blinker (Magazin für Angler), Autobild, Computerbild, Essen & Trinken, SFT (Spiele, Filme, Technik), Connect (Telekommunikation & Internet), Yacht (Seglermagazin), Merian (Reisemagazin) und viele mehr

Special-Interest-Zeitschriften thematisieren bestimmte Hobbys wie Oldtimer, Kochen, Angeln, Filme oder Fotografie. Diese Medien berichten oft detailliert über neue Produkte, Erfindungen, neue Trends, Anwendungsmöglichkeiten und veröffentlichen Hintergrundinformationen, Anwenderberichte, Umfrageergebnisse, Produktvergleiche sowie Reportagen. All dies können Ansätze für entsprechend affine PR-Themen sein.

Da sich die Special-Interest-Medien oft für Informationen zu den neuesten Produkten interessieren, empfiehlt es sich, einem Redakteur ein neues Produkt kostenlos zum Testen zur Verfügung zu stellen.

Beispielsweise erhält der Redakteur einer Zeitschrift für Fotografie eine Fotokamera für acht Wochen. Einem Redakteur eines Anglermagazins wird ein PC-Spiel „Angeln am Monitor“ geschenkt. Oder der Redakteur eines Seglermagazins wird auf eine dreitägige Segelreise eingeladen, damit er die neuste Allwetterkleidung persönlich testen kann.

Sie sollten aber dafür keine Gegenleistung in Form eines großen PR-Artikels über Ihr Produkt erwarten. Lassen Sie dem Redakteur seine Objektivität. Zudem sollten Sie den Redaktionen ansprechende Fotos Ihrer Produkte zur Verfügung stellen können.

Mit diesen Medien sind auch Kooperationen denkbar, etwa im Rahmen eines Online- oder Offline-Ratgeberservices oder Gewinnspiels. Zudem könnten Sie die Redaktionen mit interessanten Hintergrundinformationen versorgen, ohne dabei an eine Veröffentlichung zu denken. Auf diese Weise lassen sich gute Kontakte zu Redakteuren oder freien Mitarbeitern aufbauen, die früher oder später nützlich für Sie sein können.

Die nächste Seite befasst sich mit den Themen der Fachpresse und bietet weiterführende Links.

Überregionale Medien – Fachpresse:
Der Reinigungsmarkt, Agrar-Technik, Beton, Kunststoffberater, Chemische Rundschau, PR-Report, Werben & Verkaufen etc.

Fachzeitschriften befassen sich mit branchen- und berufsspezifischen Themen. Auch Berufs- und Branchenverbände publizieren Fachzeitschriften.

Wie die Special-Interest-Zeitschriften gehen diese sehr detailliert auf neue Produkte und Anwendungen ein. Sie interessieren sich für Themen wie Studienergebnisse, neue Entwicklungen und Trends, Erfindungen, Patente, Prognosen, Forschungsergebnisse, für die Branche wichtige Wirtschaftsstandorte, neue Normen, branchenspezifische Auszeichnungen, Termine zu Fachtagungen, Messen, Seminaren, Foren, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen sowie die im zweiten Kapitel vorgestellten Unternehmensthemen.

Eventuell könnte für eine Fachzeitenschrift auch ein Portrait eines jungen Unternehmens interessant sein, das in seinen ersten Jahren besonders erfolgreich war. In Fachzeitschriften finden sich auch Fachartikel, Produktvergleiche und Ratgeberservices wieder. Die Themenpläne können weitere Anlässe für PR liefern. Auch hier sind Online-Kooperationen denkbar. Oder Ihr Unternehmen wird als Fallbeispiel in einen Bericht miteinbezogen, um über Probleme oder Trends zu berichten.

Weiterführende Links

Nachfolgende Links listen die verschiedenen Printmedien auf, beschreiben diese, liefern Informationen zur Auflagenhöhe oder machen zusätzlich Angaben zu den Visits (Besuchen) und Page Impressions (Seitenaufrufe) der Webauftritte verschiedener Printmedien.

Informationen zu etwa 1.000 Fachzeitschriften:

www.zeitschrift-abc.de

Angaben zu Auflagenhöhe überregionaler Printmedien (Nachrichtenmagazine, Publikumsmedien, Special-Interest-Titel etc.) sowie Visits/Page Impressions der zugehörigen Webauftritte:

www.pz-online.de, www.ivw.de

Beschreibungen und Angaben zu Erscheinungsweisen überregionaler Printmedien:

www.presse-im-handel.de

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