Diverses Profis im Abkassieren

Lukrative Nebenjobs sind keine Spezialität von Politikern. Viele Professoren an deutschen Unis verdienen sich so eine goldene Nase.

Jeder sechste Hochschullehrer kassiert zusätzliche Einnahmen aus einem Nebenjob. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von impulse. Doch dies sind nur die offiziellen Zahlen. Zahlreiche Indizien erhärten den Verdacht: Tatsächlich verdient sich eine viel größere Zahl von Professoren still und heimlich ein sattes Zubrot. Und verstößt dabei gleich dreifach gegen geltendes Recht: Die Profs haben sich ihre Nebentätigkeiten nicht genehmigen lassen.

Würden sie sich die Zustimmung einholen, müssten sie einen erheblichen Teil ihrer Nebeneinkünfte an ihre Uni abgeben. Genau das tun sie, zweiter Vorwurf, wohlweislich nicht, sondern heimsen die kompletten Honorare ein. Und schließlich drittens:Viele dieser Professoren erledigen ihre Aufträge für Dritte obendrein ganz oder teilweie während ihrer Dienstzeit – und nutzen dazu auch Einrichtungen und Personal ihres Arbeitgebers.

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impulse hat die Rektoren der 94 Universitäten in Deutschland direkt gefragt: Wie viele Ihrer Professoren haben Nebenjobs angemeldet? Wie heikel das Thema ist, zeigt die Verschlossenheit der Uni-Chefs. Die meisten verweigerten jede Auskunft, eine Begründung blieben sie schuldig. Lediglich 25 Rektoren legten ihre Zahlen offen. Ergebnis: 589 der dort beschäftigten 3571 hauptamtlichen Lehrkräfte gehen einer genehmigten Nebentätigkeit nach.

Sechsstellige Extra-Honorare

„Man kann Nebenjobs rechtfertigen, denn der direkte Bezug zur Praxis ist in vielen Studiengängen wichtige Voraussetzung für qualitätsvollen Unterricht“, argumentiert Professor Volker Ronge, Rektor der Universität Wuppertal. Auch der Präsident des deutschen Hochschulverbands, Professor Bernhard Kempen, verteidigt seine Kollegen: „Als beamteter Professor geben Sie Ihr Grundrecht auf Berufsfreiheit nicht an der Tür zur Universität ab.“ Der Missbrauch solcher Freizügigkeit, da ist er sich sicher, „das sind Einzelfälle, die dann für Schlagzeilen sorgen“.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 32, nachlesen.

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