Diverses Puma droht hohe Millionenzahlung aus Markenstreit

Der Sportartikelhersteller hat zwar einen juristischen Etappensieg errungen - doch der könnte teuer werden. Der spanischer Partner Estudio2000 muss Puma seine Markenrechte übertragen. Das würde die Deutschen allerdings Millionen kosten.

Nach einem Schiedsgerichtsurteil muss Puma bis zu 98 Millionen Euro an den ehemaligen spanischen Lizenznehmer Estudio 2000 SA für die Übertragung sämtlicher Markenrechte zahlen, teilte der Sportartikelkonzern mit. Puma wird das Urteil durch eine so genannte Nichtigkeitsrevision aber anfechten.

„Das Management ist der Ansicht, dass ein erfolgreicher Ausgang überwiegend wahrscheinlich ist“, heißt es in einer Mitteilung an die Finanzmärkte, die Puma am Dienstag abend veröffentlichte.

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Der zum französischen PPR-Konzern gehörende Sporartikelanbieter werde die drohende Zahlung als so genannte Eventualverbindlichkeit außerhalb der Bilanz ausweisen, heißt es in der Mitteilung. Zur Frage, ob auch eine ergebniswirksame Rückstellung gebildet wird, wollte das Unternehmen nicht Stellung nehmen.

Der Rechtstreit mit dem spanischen Ex-Puma-Vertriebsunternehmen Estudio 2000 hat eine lange Vorgeschichte. Sie reicht bis in die fünfziger und sechziger Jahre des vergangenen Jahrzehnts zurück. Damals ließ der spanische Geschäftsmann Leon de Cos Borbolla diverse Markenrechte der beiden im fränkischen Herzogenaurauch ansässigen Sportfirmen Adidas und Puma in Spanien registrieren. Adidas gelang unter dem Ex-Chef Horst Dassler später eine Einigung über die Markenrechte, während Puma dies hinauszögerte.

Im Jahr 1995 gab es unter dem heutigen Puma-Chef Jochen Zeitz dann eine erste Teileinigung. Puma versuchte damals schon, selbst einen eigenen Spanien-Vertrieb aufzubauen. Estudio 2000 pochte aber auf seinen Rechten und erhielt die exklusiven Vertriebsrechte sowie einige Markenrechte. Puma gab damals seine jetzt wiederbelebten Pläne für eine eigene Spanien-Tochter auf.

Wie es in spanischen Medien heißt, sind im Puma-Estudio 2000-Vertrag einige Punkte nicht eindeutig geregelt. Daher war jetzt ein Schiedsverfahren zur Übertragung sämtlicher Markenrechte notwendig. Für Puma ist der Besitz an sämtlichen Markenrechten in Wort und Bild eine Voraussetzung, um ungehindert das Geschäft voranzutreiben.

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