Diverses &quotWerben um den Mittelstand&quot

Mit Datev-Chef Dieter Kempf sprach impulse über neue Geschäftsfelder, die Kooperation zwischen Beratern und Firmenchefs sowie Steuervereinfachung.

impulse: Die Datev ist jetzt seit 40 Jahren als Dienstleister für Berater am Markt. Warum bedienen Sie mittelständische Firmenchefs nicht direkt?
Kempf: Weil wir eine Genossenschaft sind, die ihre Dienste nur ihren Mitgliedern anbieten darf. Also Steuer­beratern, Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten. Und über diese halten wir Kontakt zum Mittelstand. So lassen zwei von drei Firmen ihre Finanzbuchführung mit Datev-Software erstellen.

Gilt dieses Geschäftsprinzip ohne jede Ausnahme?
Im Prinzip ja, aber vor gut einem Jahr haben wir unsere Satzung geändert. Seitdem können wir Unternehmen auch direkt beliefern – allerdings in Absprache mit der jeweiligen Kanzlei. Gefragt sind hier etwa Programme für die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Oder komplexe Software-Lösungen für die Steuerung des Unternehmens, etwa Kundenmanagement-Systeme.

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Das weiß kaum einer. Warum machen Sie dafür keine Reklame?
Die Entscheidung darüber ist Sache unserer Mitglieder, also der Berater. Denn nur sie können gemeinsam mit dem Unternehmer beurteilen, ob es sinnvoll ist, wenn zum Beispiel die Firma Löhne und Gehälter in Eigenregie abrechnet.

Oder fürchten Sie Ärger mit den Mitgliedern, wenn Sie in die Offensive gingen?
Keineswegs. Denn sie haben dies ja selbst möglich gemacht. Viele haben darauf gewartet und inzwischen mit den Mandanten entsprechende Vereinbarungen getroffen. Dabei geht es um eine klare Prozessorganisation mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Software. Dies schafft die Basis für die wichtige betriebswirtschaftliche Beratung. Als entscheidende Ergänzung der steuerlichen Gestaltungsberatung …

… und komplizierte Steuern sind gut für das Datev-Geschäft?
Wenn das so wäre, könnte ich mich zurücklehnen und Berlin machen lassen. Tatsächlich verursacht die Steuergesetzgebung bei uns immense Kosten und behindert Innovationen.

Ist Besserung in Sicht?
Nein, von Vereinfachung keine Spur. Im Gegenteil. Bestes Beispiel ist das Vorziehen der Fälligkeit von Sozialabgaben. Damit hat man den Betrieben auf Dauer zusätzlichen Aufwand aufgebürdet. Von unseren Kosten für die Programm­anpassung ganz zu schweigen.

Weitere Artikel aus dem Ressort Steuern können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2006, Seite 108, nachlesen.

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