Diverses Raus mit Faulenzern

"Ich gebe, was ich kann, mehr geht nun einmal nicht", erklärte ein Lagerarbeiter der Edeka Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr mbH im Personalgespräch seine Leistung. Viel war das nicht, nämlich nur 50 bis 60 Prozent dessen, was im Schnitt die Kollegen zuwege brachten. Zu wenig, meinte auch die Personalleitung, redete dem Mann noch einmal ins Gewissen, mahnte ihn zweimal ab, zog dann die Notbremse und kündigte.

Doch darf man mit dem Argument entlassen, jemand sei zu langsam, zu begriffsstutzig oder zu unkreativ? Oder muss der Chef mit Missgriff
en wie dem betulichen Lageristen
auf Dauer leben?

„Die Kündigung des minderleistungsfähigen Mitarbeiters zählt zu den unbefriedigendsten Facetten des Arbeitsrechts“, sagt die
Rastatter Arbeitsrechts-Fachanwältin
Daniela Range-Ditz.

Anzeige

Indes: Gerade Gründer und kleine Unternehmen haben gute Chancen, Mitarbeiter, die sich nicht bewähren, wieder loszuwerden. Hinzu kommt, dass das Bundesarbeitsgericht (BAG) hierzu neuerdings eine arbeitgeberfreundlichere Haltung
einnimmt, auch bei Konzernen.

Zu danken ist dies der Firma Edeka, die auch dann nicht klein beigab, als der entlassene Lagerarbeiter vor den Kadi zog – und vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) in Hamm sogar
obsiegte. Eine Kündigung sei nämlich nur dann gerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber nachweise, dass sich der Mitarbeiter nicht anstrenge. Dies
gelte selbst dann, wenn vergleichbare Kollegen deutlich mehr Output zu Stande brächten.

So viel Verständnis ging den Richtern am BAG aber denn doch zu weit. Ab einer Dauer-Minderleistung von einem Drittel ist die Vertragsparität
gestört, stellten die Erfurter Richter klar, sodass eine Kündigung selbst dann in Frage komme, wenn der Arbeitnehmer sein Bestes gebe (Aktenzeichen 2 AZR 667/02).

Nun muss das LAG Hamm den Fall noch einmal
aufrollen. Edeka ist zuversichtlich, am Ende doch noch zu gewinnen. „Ein absolut richtungsweisendes
Urteil“, freut sich Personalleiter Karl-Heinz Schreiner. „Große Fortschritte für den Umgang mit Minderleistungen“ sieht auch Edeka-Anwalt Peter
Färber aus Düsseldorf.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 02/2005, Seite 60, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...