Diverses Reaktionen auf Babcock-Insolvenz

Das Scheitern der Rettungsbemühungen um den Maschinenbaukonzern hat am Montag für politische Munition im Wahlkampf gesorgt.

Das Scheitern der
Rettungsbemühungen für den Maschinenbaukonzern Babcock Borsig hat am
Montag politische Munition im Wahlkampf geliefert. IG-Metall-Chef
Klaus Zwickel warf den Banken „politische Machtspiele“ vor. Die
Rettung von Babcock werde von einigen Geldhäusern unter
„wahltaktischen Gesichtspunkten“ blockiert. „Zweieinhalb Monate vor
der Bundestagswahl passt einigen Bankern der Konkurs des Unternehmens
offenbar ganz gut ins Konzept“, sagte Zwickel in Frankfurt.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Matthias Wissmann, sagte in Berlin, dass die Insolvenz von Babcock
erneut die schwere Strukturkrise der deutschen Wirtschaft offenbare.
„Die dramatische Zunahme von Unternehmensinsolvenzen ist auch Zeichen
einer insgesamt verfehlten Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik“,
sagte Wissmann. Außerdem habe der mit einer Reihe von führenden NRW-
Sozialdemokraten besetzte Babcock-Aufsichtsrat seine Kontroll- und
Aufsichtspflicht nicht ausreichend wahrgenommen.

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Der Grünen-Spitzenkandidat und Außenminister Joschka Fischer
mahnte, bei der Entscheidung über das Schicksal des Konzerns „die
Interessen der Arbeitnehmer und ihrer Familien im Auge zu behalten“.
Fischer lehnte es vor Journalisten in Berlin aber ab, „öffentlich
Ratschläge zu erteilen“.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag,
Edgar Moron, sagte, es gebe eine realistische Chance für eine gute
Zukunft des Unternehmens. Es gehe jetzt darum, so viele Arbeitsplätze
wie möglich an allen Standorten zu erhalten. „Das sollte angesichts
voller Auftragsbücher möglich sein.“ (dpa)

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