Diverses Rechnen mit höherer Mehrwertsteuer

In vier Monaten 18 statt 16 Prozent Umsatzsteuer: Was Unternehmer jetzt tun können, damit im nächsten Jahr die Kasse stimmt.

Bei Kustermann in München laufen die Computer heiß. Sämtliche Preise müssen neu kalkuliert werden. Denn eine schwarz-gelbe Bundesregierung will die Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2006 erhöhen. Voraussichtlich von 16 auf 18 Prozent. „Obwohl Preiserhöhungen überhaupt nicht in die konjunkturelle Landschaft passen, müssen wir uns rechtzeitig vorbereiten“, sagt Gerald Funk, Chef des renommierten Fachgeschäfts für Hausrat, Glas, Porzellan, Keramik. Sonst kostet das die Firma etliche Millionen Euro. Funk: „Schließlich umfasst unser Sortiment rund 100.000 Artikel.“

Jede Mehrwertsteuererhöhung trifft Handel, Gastronomie und Touristik hart. Denn diese Branchen müssen die Preise inklusive Umsatzsteuer auszeichnen – im Laden, im Schaufenster und auch im Katalog. So verlangt es der Gesetzgeber (Preisauszeichnungsverordnung).

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Problem dabei: Damit die Unternehmen keine Gewinne einbüßen, reicht es nicht, einfach zwei oder gar vier Prozentpunkte Steuererhöhung draufzuschlagen. Wer den Gewinn nicht nur in Euro und Cent auf dem bisherigen Niveau halten will, sondern auch einen gleichen Gewinn- und Kostenanteil am Umsatz (Handelsspanne) anstrebt, muss bei den Preisen erheblich schärfer rangehen.

Weil das die Kunden nicht bei allen Waren und Leistungen akzeptieren, sind bei der Kalkulation raffinierte Kunstgriffe unumgänglich. So versuchen Unternehmer die Preise für Artikel oder Leistungen, die bei den Kunden weniger im Bewusstsein sind, stärker anzuheben als eigentlich nötig. Freilich nur zum Ausgleich für Verluste, die sie bei den preissensiblen Artikeln einfahren werden.

Die Strategie ist klar: „Unternehmer sollten durch eine noch detailliertere und gezieltere Mischkalkulation ihre Erträge insgesamt stabil halten“, empfiehlt Andreas Kaapke, Unternehmensberater und Direktor des Instituts für Handelsforschung an der Uni Köln.

Programm der neuen Aufschlagsätze mit höherer Mehrwertsteuer
für Handelsunternehmer und Handwerker

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2005, Seite 98, nachlesen.

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