Diverses Reifeprüfung

Ein gründlicher Check ist Pflicht beim Autokauf.

Ein gründlicher Check ist Pflicht beim Autokauf. © Niko Wilkesmann

Klassische Automobile liegen im Trend, ob als Oldtimer - sprich älter als 30 Jahre - oder als Youngtimer. Wer einen Kauf erwägt, sollte ein paar Grundbegriffe kennen. Bastian Schonauer, Oldtimer-Experte bei der Kfz-Prüforganisation GTÜ, erklärt für impulse, worauf zu achten ist.

In jeder Ecke schön?

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Kofferraum Ein Blick in den Kofferraum verrät, wie liebevoll und sorgfältig der Vorbesitzer sich um seinen Wagen gekümmert hat. Ist er feucht? „Oft ist die Dichtung hinüber“, sagt GTÜ-Fachmann Schonauer. Ebenfalls wichtig: Gibt es ein Reserverad? Hat es genügend Profil? Je nach Modell finden sich auch Teile der Technik im Gepäckabteil: Benzinpumpe oder Batterie etwa.

Alles echt?

Aussenhaut Mit einem einfachen Kühlschrankmagneten lässt sich an kritischen Stellen wie Radläufen oder Türkanten prüfen, ob Rost- oder Unfallschäden mit Kunststoffmasse ausgespachtelt wurden. Fällt der Magnet runter, ist an der Stelle kein Stahlblech mehr unter der Farbe. Elektronische Lackprüfgeräte, die es ab 15 Euro gibt, zeigen, wie dick der Lack ist.

Im grünen Bereich?

Armaturen „Es klingt banal, ist aber wichtig“, betont Schonauer: „Funktionieren Anzeigen, Lichter und der Scheibenwischer? Probieren Sie es!“ Später bei der Testfahrt darauf achten, ob die Tachonadel zittert (deutet auf eine defekte Tachowelle hin). Und ob die Kühlwassertemperatur stabil im grünen Bereich bleibt. Falls nein, könnte der Motor einen Schaden haben.

Kalt am Start?

Motor Vor dem Öffnen der Motorhaube einmal die Hand auflegen: Ist der Wagen schon warm gefahren, kann man die Besichtigung getrost abbrechen. „Es ist wichtig, ob der Wagen im kalten Zustand problemlos anspringt und rund läuft“, sagt GTÜ-Experte Schonauer. Beim Blick auf den kalten Motor zählt: Ist er dreckig und verölt? Oder – genauso schlimm – hat er eine Motorwäsche hinter sich? „Schauen Sie sich an, ob Kabel sauber verlegt sind oder gefrickelt aussehen“, rät Schonauer. „Ist unter der Batterie Rost zu sehen? Das deutet darauf hin, dass sie mal ausgelaufen ist.“ Der Motor sollte ohne Druck aufs Gaspedal anspringen, bei alten Dieseln auch ohne Vorglühen: Dann ist der Zylinderkopf wohl dicht.

Sauber versiegelt?

Unterboden Wenn der Verkäufer eine Hebebühne besitzt, den Wagen unbedingt aufbocken. Käufer sollten in jedem Fall den Unterboden mit einer Taschenlampe ableuchten: Ist er mit Bitumen-Unterbodenmasse verkleistert? Schlecht: „Darunter blüht oft Rost“, sagt Schonauer. Laufen aus den Fugen Fett-Tränen? Gut: Denn das deutet auf eine Hohlraumversiegelung mit Wachs hin.

Dicht und trocken?

Fahrwerk Beim Blick unters Auto können Interessenten prüfen, ob die Achsmanschetten, das sind Gummibälger an der Radaufhängung, dicht sind und ob irgendwo Öl austritt. Dann im Stand einmal kräftig aufs Auto lehnen und prüfen, wie lang der Wagen ausfedert. Schaukelt er stark, deutet das auf defekte Stoßdämpfer hin. Während der Testfahrt unbedingt eine Vollbremsung ausprobieren.

Mogelpackung?

Schaltbalg Pedalgummis und der Lederbalg am Schaltknauf sollten altersgemäß abgenutzt sein. „Wenn der Wagen nur 30 000 Kilometer gelaufen sein soll, können sie nicht total abgewetzt und verschlissen sein“, sagt Experte Schonauer. Sind die Teile dagegen brandneu, will der Verkäufer womöglich genau das verschleiern – denn sie kosten im Zubehörhandel kaum etwas.

Solides Schuhwerk?

Reifen Die Qualität der Reifen ist ein Indiz dafür, wie viel dem Vorbesitzer sein Auto wert gewesen ist. Wer nur Billig-Reifen aus Fernost kauft und die dann auch noch bis auf wenige Millimeter runterfährt, dürfte auch sonst nicht sonderlich pfleglich mit dem Auto umgegangen sein. Der Blick in die Papiere offenbart zudem: Sind Räder und Reifen für den Wagen überhaupt zugelassen?

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