Diverses Rekordverluste: Dax fällt in einer Woche um 23 Prozent

Aktienverlauf: Zehn Aktien für Krisenzeiten

Aktienverlauf: Zehn Aktien für Krisenzeiten© dpa

Tiefrote Zahlen an den Aktienmärkten: Nach düsteren US-Vorgaben hat der Dax am Freitag fast neun Prozent eingebüßt - und fiel auf das Niveau von Juni 2005 zurück. Auf Wochensicht ist die Bilanz - mit einem Minus von 23 Prozent - mehr als haarsträubend. Manche Experten befürchten schon eine Depression wie in den 1930er Jahren.

Panikverkäufe an den Börsen: Der deutsche Aktienindex Dax ist am Freitag um 8,5 Prozent auf 4470 Punkte gefallen. Sein Tagestief lag sogar bei 4364 Zählern. Damit verlor der Index in der aktuellen Handelswoche rund 23 Prozent – so viel wie noch nie in der deutschen Börsengeschichte. Europas Stoxx 50 knickte zum Wochenausgang um 8,3 Prozent ein, Frankreichs CAC 40 und der Londoner FTSE 100 büßten rund 8 Prozent ein. Auch von den New Yorker Terminmärkten kam keine Hoffnung: Die Futures der Leitindizes lagen rund 2 Prozent im Minus und kündigten neue Kursverluste an.

Grund für die neue Verkaufswelle waren sehr schwache Vorgaben aus den USA, wo der Dow Jones unter der Marke von 8600 Punkten schloss und damit ein Fünf-Jahres-Tief erreichte. Unsicherheit über die weitere Entwicklung und vor allem die realwirtschaftlichen Konsequenzen versetzten die Anleger in Angst und Schrecken. Vereinzelnd prognostizieren Experten sogar ähnlich Szenarien wie in den 1930er-Jahren, als die Weltwirtschaft in eine tiefe Depression rutschte. Panikartige Verkäufe waren die Folge. Große Erwartungen richten sich nun auf das G7-Treffen der führenden Industrienationen am Wochenende.

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Verlierer stammen aus allen Sektoren

Im Dax verzeichneten 15 der 30 Unternehmen zweistellige Kursverluste. Eon brach um 15 Prozent ein und lag damit am Schluss. Die Aktie von Infineon, die bereits am Vortag um mehr als 13 Prozent in den Keller rauschte, büßte weitere 14 Prozent ein. Das Papier der Commerzbank fiel um 13 Prozent. Weitere Verlierer waren Deutsche Bank, RWE und Deutsche Telekom, die allesamt 12 Prozent verloren.

Im Stoxx 50 bot sich ein ähnlich dramatisches Bild: Blutrote Zahlen, soweit die Anlegeraugen reichen. Am schlimmsten trafen es die britischen Bankhäuser Barclays und Royal Bank of Scotland, die etwas mehr als 20 Prozent abstürzen. Experten warnen schon seit Tagen, dass die Krise sich schnell auf die gesamte Wirtschaft ausdehnen wird. Dies wird nun auf den langen Verliererlisten bestätigt, wo sich längst nicht nur Bankwerte tummeln: Vodafone sank um 16 Prozent, ArcelorMittal, ein in Paris notierter Stahlwert, sackte um 14 Prozent ab.

Auch Asiens Börsen brechen ein

Panikverkäufe und die Angst vor einer weltweiten Rezession hatten zuvor die asiatischen Börsen erneut einbrechen lassen. Der japanische Nikkei, fiel so stark wie seit über 20 Jahren nicht mehr und schloss mit einem Minus von 9,6 Prozent bei 8276 Punkten. Der marktbreite Topix-Index schloss 7,1 Prozent schwächer bei 840 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Shanghai, Taiwan und Singapur notierten schwächer, die Verluste fielen jedoch geringer aus als in Tokio. Australiens Börse brach dagegen so stark ein wie seit 16 Jahren nicht mehr. Der Leitindex S&P/ASX 200 schloss 8,3 Prozent tiefer bei 3960 Punkten.

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