Diverses Rente mit 67: Was sind die Folgen?

Das Eintrittsalter für die gesetzliche Rente wird ab dem Jahr 2012 schrittweise angehoben: Davon betroffen sind alle Geburtsjahrgänge ab 1947. Im Jahr 2029 ist die neue gesetzliche Altersgrenze von 67 Jahren erreicht. Sie soll langfristig den Anstieg staatlicher Rentenausgaben und der Beitragssätze verhindern.

Ein Renteneintrittsalter mit 67 bedeutet nicht automatisch, dass die Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) bis dahin aufgeschoben werden. Vielmehr ist für die Fälligkeit der betrieblichen Rente die vertragliche Regelung maßgebend. Speziell bei bestehenden Versorgungssystemen, die auf so genannten Leistungszusagen basieren, müssen einige Punkte beachtet werden:

Ungeregelte Altersgrenze:

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Wird in der Versorgungszusage kein konkretes Alter genannt, sondern nur auf die betriebsrenten- oder sozialversicherungsrechtliche Rentengrenzen verwiesen, wird der so genannte maßgebende Unverfallbarkeitsquotient automatisch auf die neuen Altersgrenzen angehoben. Allerdings muss dann geprüft werden, ob und wie sich die zusätzlichen Dienstjahre rentensteigernd auswirken.

Feste Altersgrenze:

In diesem Fall ist eindeutig eine Altersgrenze definiert – beispielsweise als Pensionsalter 65 Jahre. So entstehen zunächst keine Regelungslücken, denn das festgelegte Endalter ist für die Berechnung der Unverfallbarkeitsansprüche leistungsbezogener Versorgungszusagen maßgebend. Der Zeitpunkt, zu dem die Leistungen aus der betrieblichen Versorgung fällig werden, kann also vom Eintritt in die gesetzliche Rente abweichen. Zumindest, wenn die Versorgungszusage keine so genannten Ausscheidebedingungen vorsieht. Allerdings bleibt die Frage ungeklärt, was mit den Mitarbeitern geschieht, die länger als bis 65 arbeiten. Gegebenenfalls müsste hier eine Leistungserhöhung berücksichtigt werden. In der Konsequenz würde das bedeuten, dass die Altersgrenze neu definiert werden müssen.

Langjährig Versicherte:

Eine Abweichung von der „Rente mit 67“ hat der Gesetzgeber für besonders langjährig Versicherte definiert. Gesetzlich Versicherte, die bei Vollendung des 65. Lebensjahrs eine Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben, können die Regelaltersrente bereits mit 65 Jahren und ohne Abschläge beziehen. Diese Sonderregelung soll künftig auch bei der Ermittlung von Unverfallbarkeitsanwartschaften zu berücksichtigt werden. In der Praxis erweist sich das jedoch als schwierig, da ein Arbeitgeber im Zweifel nicht verlässlich beurteilen kann, ob die Vorraussetzungen einer besonders langjährigen Versichertenbiografie tatsächlich erfüllt werden. Aus Gründen der Rechtssicherheit wäre es darum sinnvoll, alternative Unverfallbarkeitsberechnungen auszuweisen.

Direktversicherung & Co:

Auch eine versicherungsförmig durchgeführte Altersversorgung ist von der Anhebung der Altersgrenze betroffen. Hierbei stellen sich zwei Fragen: Wie werden die zugrunde gelegten Tarife finanzmathematisch fortgeführt? Und wie gehen die Finanzbehörden mit der nachträglichen Verlängerung einer pauschal versteuerten Direktversicherung um?

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