Diverses Rettungsplan für bedrohte Firmen

Um die Milliardenverluste der Banken aufzufangen, will die Bundesregierung das Rettungspaket für die Geldinstitute nachbessern. Eine mögliche Lösung dabei ist: Die "Bad Bank" zur Übernahme fauler Wertpapiere. Würden davon auch Unternehmen profitieren? Eine Bestandsaufnahme von Gerd Kühlhorn, stellvertretener impulse-Chefredakteur.

Die Krise hat jetzt auch Ihr Unternehmen erreicht? Sie haben einige ihrer besten Aufträge verloren? Und sich, in vermeintlicher Aussicht auf beständige Expansion, mit einem millionenschweren Investment ein wenig verkalkuliert? Ihre Firma ist, wenn Sie ehrlich sind, hart am Rand des Limits? Ihnen kann geholfen werden. Hier der Rettungsplan: Zuerst gründen sie eine Tochterfirma und stellen dort sämtliche Verluste aus ihrem fehlgeschlagenen Investment ein (und andere Verbindlichkeiten gleich dazu). Dann holen Sie sich einen Termin bei Ihrem Landeswirtschaftsminister (Sie können ihn auch gerne einbestellen, der kommt garantiert). Und erklären dem Politiker Ihres Vertrauens, Sie müßten leider die Hälfte Ihrer Mitarbeiter, vielleicht sogar mehr, entlassen, wenn die Landesregierung nicht für Ihre schuldenbelastete Tochterfirma gerade stehe.

Ab 2000 Mitarbeiter aufwärts können Sie zusätzlich direkte und nicht rückzahlbare Subventionen einfordern. Wovon sollen Sie schließlich die nächsten Löhne zahlen. Es mag sein, dass der Wirtschaftsminister Ihnen nicht alle Schulden auf einen Schlag abnimmt – dann rufen Sie den Fraktionsvorsitzenden seiner Partei im Landtag an und verweisen auf die Wahltermine in diesem Jahr. Danach sind Sie ihre finanziellen Sorgen los. Ihr Unternehmen steht schuldenfrei da. Garantiert. Ach so, Sie sind gar keine Bank. Hätten Sie ja gleich sagen können. Für Nicht-Banken gilt dieser Rettungsplan selbstverständlich nicht. Dann machen Sie mal schön pleite – und denken Sie daran, dass bei der Verwertung des Restvermögen Ihres Unternehmens Steuerschulden und Kreditzinsen Ihrer Hausbank Vorrang haben.

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