Diverses Ritter wider den tierischen Ernst

Politisch inkorrekt hat die britische Komikertruppe Monty Python nicht nur König Artus verulkt (in „Die Ritter der Kokosnuss“), sondern sogar Jesus Christus („Das Leben des Brian“). Die Ritter-Satire wurde zur Basis für ein Musical, das jetzt nach Deutschland kommt: Am 25. Januar feiert 2009 „Spamalot“ im Kölner Musical Dome Premiere. Auf der Bühne steht dann auch der Mann, der Monty Python einst für das deutsche Fernsehen entdeckt hat: Alfred Biolek.

Ein König Artus, der Pferde ebenso hasst wie die Dunkelheit, also auch das gesamte finstere Mittelalter. Ein Sir Lancelot, der in die Disco geht. Ein Sir Galahad, der von der eigenen CD träumt: Mit dem klassischen Personal einer Rittersage hat das nicht viel zu tun. Es kommt dabei heraus, wenn die Komikertruppe Monty Python sich die Edelmänner vornimmt. Den politisch inkorrekten Briten Eric Idle, John Cleese, Graham Chapman, Michael Palin und Terry Jones sowie ihrem früheren amerikanischen Partner Terry Gilliam war noch nie etwas heilig: Auf der Leinwand haben sie die Gralssucher schon als „Die Ritter der Kokosnuss“ verulkt, und in „Das Leben des Brian“ zogen sie sogar Jesus Christus durch den Kakao.

Begonnen hat ihre Karriere im Fernsehen der frühen 70er-Jahre. In einem legendären Sketch fragte Monty-Python-Frontmann Eric Idle im Restaurant nach einem Gericht ohne das britische Dosenfleisch Spam. Doch selbst bei Mahlzeiten ohne Spam war Spam dabei, nur etwas weniger. 132-mal fiel das Wort in wenigen Fernsehminuten. Deshalb heißt heute ein Übermaß an E-Mails Spam.

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„Spamalot“ – eine Verballhornung des Artus-Schlosses Camelot – nannte Idle 2005 auch das Broadway-Musical, dessen Handlung er vom eigenen „Kokosnuss“-Film „liebevoll geklaut“ hat. Auch Songs aus anderen Monty-Python-Streifen hat er eingearbeitet, allen voran den Ohrwurm „Always Look On The Bright Side Of Life“ aus „Das Leben des Brian“. Als Regisseur verpflichtete Idle den Hollywood-Veteran Mike Nichols, der schon 1967 einen Oscar für die Dustin-Hoffman-Komödie „Die Reifeprüfung“ bekam. Mit Preisen überhäuft wurde auch „Spamalot“: Es gewann unter anderem Tony Awards für das beste Musical und die beste Regie sowie die Silberne Rose von Montreux.

Mühe gibt sich das Team auch mit der deutschen Fassung, die am 25. Januar im Kölner Zelt des Musical Dome hinter dem Hauptbahnhof Premiere feiert. Als Historiker steht der Mann auf der Bühne, der Monty Python einst für das deutsche Fernsehen entdeckte und erst nach mehreren Gläsern Gin Tonic auf den Kontinent locken konnte: Alfred Biolek, damals Hauptabteilungsleiter für Unterhaltung bei der Münchner Bavaria. Und die Texte übersetzt Karlheinz Freynik, der damals deutsche Sketche für die Truppe schrieb und inzwischen Musicals wie „Les Misérables“ eingedeutscht hat. Die Hauptdarsteller sind für Fans des Musical-Genres gute Bekannte: „Artus“ Michael Flöth sammelte in „Titanic“ und „Elisabeth“ Erfahrung, und die „Schöne aus dem Schilf“, Amber Schoop, kennt den Musical Dome von ihrer Rolle im Queen-Musical „We Will Rock You“.

Die „Spamalot“-Vorstellungstermine in Köln: dienstags und freitags 20 Uhr, mittwochs und donnerstags 18.30 Uhr, samstags 15 und 20 Uhr, sonntags 14 und 19 Uhr. Die Kartenpreise reichen von 24,90 Euro bis 89,90 Euro. Infos und Tickets: www.spamalot.de, www.kartenkaufen.de, Tickethotlines: (0221) 57790, (01805) 152530.

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