Diverses Rote Zahlen

Vermieter dürfen Verluste auf Dauer Steuer sparend absetzen.

Gute Nachricht für alle Eigentümer von Mietwohnungen: Wer Jahr für Jahr rote Zahlen schreibt, darf die Verluste dennoch voll und ganz Steuer sparend mit anderen Einkünften verrechnen (etwa Firmengewinn, Zins­erträge). Die Finanzämter dürfen auch bei dauerhaften Verlusten nicht fragen, ob und wann Haus-
oder Wohnungseigentümer mit Überschüssen rechnen können. So urteilte jüngst der Bundesfinanzhof (Aktenzeichen IX R 35/05). Mit dieser Entscheidung wiesen die obersten Steuerrichter übereifrige Finanzbeamte in die Schranken.

Im Urteilsfall hatten Eheleute eine Wohnung immer wieder befristet vermietet. Zwischendurch standen die Räume monatelang leer. Da die hohen Kosten weiterliefen, konnten die Vermieter keine Überschüsse erzielen. Nach vier Jahren akzeptierte das Finanzamt die Verluste nicht mehr. Gründe: Das Ehepaar habe überhaupt nicht die Absicht, positive Einkünfte zu erzielen.

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Zudem ergebe eine Prognose, dass kein Totalüberschuss zu erwirtschaften sei. Der Bundesfinanzhof sieht das ganz anders: Selbst bei befristeten Verträgen sei die Vermietung auf Dauer angelegt. Und dann müsse das Finanzamt davon ausgehen, dass die Vermieter langfristig Gewinne anstrebten. Ob dies tatsächlich gelinge, spiele keine Rolle. Somit dürfe die Behörde weder vom Vermieter eine Überschussprognose
verlangen noch selbst eine solche Prognose-Rechnung aufstellen.

Weitere Artikel aus dem Ressort Steuer können Sie in der impulse-Ausgabe 11/2006, Seite 116, nachlesen.

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