Diverses Russen zahlen pünktlich

Eine neue Studie entlarvt Länder mit indiskutabler Zahlungsmoral: wichtige Orientierungsmerkmale für Unternehmer mit Auslandsgeschäft.

Russen gelten vielfach als unangenehme Geschäftspartner: Sie sind
rüde, sie benachteiligen Ausländer und zahlen angeblich ihre Rechnungen nicht – jedenfalls nicht entsprechend den Zahlungsbedingungen ausländischer Lieferanten. Zumindest der letzte Vorwurf ist wohl jetzt nicht mehr zu halten. Ganz im Gegenteil: Nach einer neuen internationalen Umfrage bei 7000 mittelständischen Firmeninhabern sind die russischen Zahlungsgewohnheiten geradezu
vorbildlich für den Rest der Business-Welt – binnen 30 Tagen sind 70 Prozent der Rechnungen beglichen. Nur jede neunte Zahlung trudelt erst mit mehrmonatiger Verspätung beim Exporteur ein.

Auch der ehemalige sozialistische Bruder China ist ein Musterknabe in Sachen Zahlungsmoral – immerhin 63 Prozent der Außenstände werden in der 30-Tage-Frist überwiesen. Deutsche Unternehmen nehmen bei diesem Vergleich einen Platz im Mittelfeld ein, ermittelte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton. Allerdings sind die Deutschen dabei, ihre Position auf der Zahlungsmoralskala zu verbessern. Die durchschnittliche Wartezeit bis zum Eingang der Zahlung hat sich zwischen 2003 und 2006 um drei
Tage (von 38 auf 35 Tage) verringert.

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Umgekehrt werden die Russen etwas nachlässiger – die durchschnittliche Zahlungslaufzeit hat sich von 24 auf 26 Tage verlängert. Zu den größten Sündern gehört traditionell Italien. Wer an ein italienisches Unternehmen liefert, muss sich durchschnittlich
81 Tage gedulden, bis der Rechnungsbetrag in der Kasse klingelt. Auch die Spanier praktizieren in Gelddingen
eine südländische Nonchalance. Preußische Pünktlichkeit ist eben eher in Mitteleuropa zu Hause. Dies zu wissen ist wichtig, damit Lieferanten nicht in eine Liquiditätsklemme geraten – oder von vornherein auf bewährte Zahlungswege im Auslandsgeschäft zurückgreifen wie den Verkauf von Forderungen oder die Finanzierung über ihre Bank oder Sparkasse.

Weitere Meldungen aus dem Ressort Management – wie beispielsweise aktuelle Urteile aus den Arbeitsgerichten – können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2006, Seite 54, nachlesen.

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