Diverses „Schadenersatz verlangen“

Drei Fragen an ... Klaus Nieding, Präsident des Deutschen Anleger­schutzbunds.

impulse: Offene Immobilienfonds werden geschlossen. Dürfen die Fondsgesellschaften das?

Nieding: Ja, aber nur bei außergewöhnlichen Umständen. Dazu zählt etwa, dass die liquiden Mittel aufgebraucht sind, die der Fonds benötigt, um Anteile der Anleger zurückzunehmen. Die Immobilienbewertungen müssen plötzlich gefallen sein. Oder aus anderen besonderen Gründen. Das lag aber unseres Erachtens bisher nicht vor.

Anzeige

Was können Anleger tun, um an ihr Geld zu kommen?

Solange die Fonds geschlossen sind, gar nichts. Erst wenn die Fondsgesellschaften die Fonds wieder öffnen, können sie ihre Anteile zurückgeben. Möglicherweise erhalten sie dann aber weniger Geld als gedacht. Die Fondspreise könnten gesunken sein, weil die Immobilien neu bewertet wurden.

Können die Anleger dann Schadenersatz verlangen?

Ja. Sie haben dazu drei Ansatzpunkte. Erstens: Sie weisen nach, dass keine außergewöhnlichen Umstände vorlagen, die eine Fondsschließung rechtfertigen. Zweitens: Sie zeigen, dass im Fondsprospekt nicht alle Risiken und Kosten wie etwa Kick-back-Zahlungen angegeben waren. Drittens: Sie legen dar, dass sie beim Fondskauf nicht richtig über die Risiken aufgeklärt wurden. Da die meisten Immobilienfonds mit dem Siegel „sichere Anlage“ verkauft wurden, stehen die Erfolgschancen nicht so schlecht.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...