Diverses Schlechte Zahlen sind kein Kündigungsgrund

Ein Firmenchef darf seinen Vertriebsleiter nicht allein deshalb kündigen, weil die Verkaufszahlen nicht stimmen. Darauf hat das Arbeitsgericht Frankfurt hingewiesen.

Niedrige Verkaufszahlen und eine damit verbundene Verfehlung eines Umsatzziels rechtfertigen allein noch nicht die Kündigung eines Vertriebsleiters. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem Prozess zwischen einem Vertriebsleiter und einem Automobilunternehmen klargestellt. Die Firma habe dem gekündigten Mitarbeiter daraufhin in einem Vergleich eine Abfindung zugesagt, teilte der Gerichtsvorsitzende am Dienstag mit.

Das englische Unternehmen hatte dem Vertriebsleiter für den deutschen Markt ein jährliches Geschäftsziel von 9.400 verkauften Fahrzeugen vorgegeben. Nachdem unter seiner Leitung in einem Jahr aber nur 6.000 Wagen verkauft werden konnten, zeigte ihm der Firmenchef die rote Karte. Zu Unrecht, wie das Gericht befand: Schwache Zahlen allein seien kein Grund für eine Kündigung. Der Arbeitgeber müsse vielmehr begründen, dass der Mitarbeiter die schlechten Ergebnisse zu verantworten habe. Keinesfalls dürfe ein Unternehmen das Geschäftsrisiko auf seine Mitarbeiter abwälzen, sagte der Richter.

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