Diverses Schnee stoppt Tausende Fluggäste in Europa

Eis und Kälte lähmen weiterhin den Flugverkehr in Frankfurt: Mindestens 315 Flüge werden nicht starten. Auch in Paris und London läuft nichts nach Plan. Dagegen bekommt die Bahn die Lage in den Griff - nur bei der Berliner S-Bahn hakt es erneut.

Das Verkehrschaos auf dem Frankfurter Flughafen geht auch am Montag unvermindert weiter. „Es gibt keine Entwarnung“, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. Es seien bereits 315 Flüge über den Tag verteilt gestrichen worden. Betroffen seien vor allem Strecken innerhalb Deutschlands und Europas. Die Nacht zum Sonntag hätten etwa 800 Passagiere auf Feldbetten im Terminal verbracht.

Am Montagmorgen beruhigte sich das Wetter etwas. Jetzt taue der Schnee, und es bilde sich Glätte. Der Streudienst sei im Einsatz. Für den weiteren Tagesverlauf seien in Frankfurt erneut ein bis drei Zentimeter Neuschnee angekündigt. Von einer Entspannung auf dem Flughafen könne deshalb noch lange keine Rede sein.

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Am Hamburger Flughafen wurden alle Lufthansa-Flüge nach Frankfurt gestrichen. Auch einige Maschinen nach London und Paris konnten nicht starten. „Von uns aus könnte alles gehen“, sagte eine Sprecherin des Hamburger Flughafens. Der alltägliche Betrieb laufe normal: „Wir haben keine langen Schlangen an den Terminals.“

Auch an den beiden Berliner Flughäfen litt der Flugverkehr: In Tegel gabe es zwar mehr als zehn Flugstreichungen, in Schönefeld verlief der Verkehr dagegen nahezu normal. Auch am Düsseldorfer Flughafen normalisierte sich die Lage. „Es ist hier recht entspannt“, sagte eine Sprecherin am Morgen. Am Sonntag hatten wegen des Winterwetters noch Dutzende Verbindungen gestrichen werden müssen. Nun sei Besserung in Sicht: „Nur einzelne Flüge, die gestern nicht reingekommen waren, werden ausfallen, weil jetzt die Rotation fehlt“, sagte die Sprecherin.

Probleme hatte erneut auch die Deutsche Bahn im Regional- und Fernverkehr. Die meisten Zugverspätungen lagen am Morgen allerdings unter 30 Minuten. Noch am Sonntag hatte die Bahn Reisende wegen der chaotischen Wetterzustände gebeten, die Züge wegen Überfüllung nicht zu nutzen. In Berlin traf es am Montag erneut die S-Bahn: Technische Probleme mit zugefrorenen Sandstreuanlagen führten auf allen Linien zu Verspätungen – teilweise verkehrten die Bahnen im einsetzenden Berufsverkehr mit weniger Waggons nur im 20-Minuten-Takt.

In der Nacht hatten die Behörden ein flächendeckendes Autobahnverbot für Lastwagen in Nordrhein-Westfalen verhängt. Grund sei vor allem der Schnee und weniger die Glätte. So berichtete die Polizei am Montagmorgen, dass etwa auf der Autobahn 2 nahe Dortmund nur noch eine Spur befahrbar war. Wann die Räumdienste für freie Fahrt sorgen könnten, war noch nicht absehbar.

Trotz landesweiten Fahrverbots verursachten Lkw dort in der Nacht mehrere Unfälle: Auf der Autobahn 61 bei Gymnich und am Kreuz Meckenheim furen zwei Lastwagen in die Leitplanke, teilte die Kölner Polizei mit. Bei beiden Unfällen wurde niemand verletzt. Auf der Autobahn 4 im Kölner Osten an der Verbindung zur Autobahn 3 fuhr sich ein Laster im Schnee fest. Die Bergung sollte bis in den Morgen andauern.

Warten hieß es auch für alle Lkw-Fahrer, die mit einem Gefährt von mehr als 7,5 Tonnen nach Luxemburg oder Frankreich wollten. Nach Auskunft der Polizei Trier erließen die Behörden der Nachbarländer ein ähnliches Autobahn-Fahrverbot wie in Nordrhein-Westfalen.

In Frankreich litten die Reisenden unter dem Winterwetter. Tausende verbrachten die Nacht zum Montag auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle und auf dem Bahnhof Saint-Lazare. Flugausfälle und Verspätungen gab es auch am nahe gelegenen Flughafen Beauvais, berichtete der Rundfunksender Europe 1. Bereits am Sonntag war es zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen gekommen.

Der Londoner Großflughafen Heathrow sollte am Montag wieder öffnen. Das Drehkreuz war am Wochenende wegen des Schnees komplett geschlossen worden. Auch die Flughäfen in Lüttich und Charleroi sowie in Luxemburg hatten den Betrieb zeitweise eingestellt.

Im Bahnverkehr gab es in der Normandie erhebliche Beeinträchtigungen. Mindestens 5000 Haushalte waren zudem im Nordosten des Landes ohne Strom. Wetterbedingte Probleme gab es zudem bei den Eurostar-Züge, die Paris, Brüssel und London verbinden. Die Regierung appellierte an die Bevölkerung in den betroffenen Regionen, nur in Notfällen das Auto zu benutzen.

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