Diverses Schrittweise Übertragung durch Gründung einer Personen- oder Kapitalgesellschaft

Geht das Unternehmen auf ein Familienmitglied über, erfolgt die Übergabe des Unternehmens meist im Rahmen einer schrittweisen Übertragung durch Beteiligung an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft. Sie kann entweder im Rahmen einer Schenkung oder eines Verkaufs durchgeführt werden.

Fallbeispiel:

Nach Abschluss seines Studiums steht ein junger Betriebswirtschaftler vor der Frage, ob er in das väterliche Einzelunternehmen einsteigen soll. Für den Eintritt in das Unternehmen des Vaters macht er zur Bedingung, dass ihm vertraglich Mitspracherechte bei der Unternehmensführung zugesichert werden. Außerdem äußert er den Wunsch, das Unternehmen irgendwann eigenständig zu leiten.

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Die Eltern akzeptieren die Vorstellungen ihres Sohns, der Vater will aber die Unternehmensführung erst in ein paar Jahren aus der Hand geben. Gemeinsam mit dem Sohn wird daher zunächst die Gründung einer Kommanditgesellschaft erwogen.

In dieser Zeit kann der Junior durch Tantiemen und Gewinnbeteiligung Kapital ansparen, mit deren Hilfe er weitere Gesellschaftsanteile erwerben kann. Gesellschaftsanteile können auch in Form einer Schenkung auf den Nachfolger übertragen werden.

Im Verlauf der Jahre gehen die Geschäftsanteile nach und nach auf den Nachfolger über, bis die Übergabe vollständig vollzogen ist. Der Senior hat zunächst noch den maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmensführung. Erst wenn der Sohn genügend Erfahrung gesammelt hat, wird sein Einfluss zunehmen, und der Übergeber wird sich nach und nach zurückziehen.

Frühzeitige Beteiligung als Chance

Eine frühzeitige Beteiligung eines Familienmitgliedes am Unternehmen bietet allen Beteiligten die Chance zu prüfen, ob der auserwählte Nachfolger über die erforderliche Qualifikation zur Unternehmensführung verfügt. Soll der künftige Nachfolger zunächst schrittweise am Unternehmen beteiligt werden, so ist zu überprüfen, ob die bestehende Rechtsform des Unternehmens die geplante Übertragung ermöglicht oder eventuell eine Umwandlung erforderlich ist.

Für eine schrittweise Übertragung auf den Nachfolger sind die Kommanditgesellschaft (KG), und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) besonders geeignet, da sie eine Haftungsbeschränkung des neu eintretenden Gesellschafters ermöglichen und unproblematisch errichtet werden können. Auf jeden Fall sollte der Gesellschaftsvertrag eine Klausel enthalten, die Regelungen für den Todesfall von Gesellschaftern berücksichtigt.

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