Diverses Schuldner im Visier

Der Berg an nicht erfüllten Forderungen wächst unaufhörlich. Ein unhaltbarer Zustand - sagen auch die Länder-Justizminister. Nach der von ihnen im Mai vorgestellten Initiative sollen Gläubiger künftig über den Gerichtsvollzieher bestimmte Daten über den Schuldner abfragen dürfen. impulse zeigt, welche das sind - und wie Sie sonst Ihre Forderungen eintreiben können.

Die Länder-Justizminister fordern: Bei Sozialleistungsträgern die Arbeitsverhältnisse, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Konten und beim Fahrzeugregister die gehaltenen Kraftfahrzeuge abfragen zu können. Dies soll gelten, wenn der Schuldner nicht freiwillig zahlt, er vorgeblich kein weiteres Vermögen hat und die Höhe der Forderung höher als 600 Euro liegt. Zum andern sollen die Schuldnerverzeichnisse modernisiert werden. Auskünfte könnten künftig bundesweit über das Internet eingeholt werden. Allerdings haben Justizministerin Zypries und Datenschützer bereits Bedenken angemeldet. Ob und wann sich tatsächlich etwas ändert, ist daher ungewiss.

Bis dahin bleibt es bei folgenden Maßnahmen zur Realisierung eines vollstreckbaren Schuldtitels:

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1. Vollstreckungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt oder mit einem Inkassounternehmen

2. außergerichtliche Vereinbarungen

3. ohne Zeitlimit für Alter und Fälligkeit des Schuldtitels

4. Erfolgshonorar in der Regel in Höhe von 35 bis 65 Prozent der Gesamtforderung

Alternative: Verkauf der titulierten Forderung

1. sofortige Auszahlung

2. Kaufpreis – unabhängig vom Realisierungserfolg: 1 bis 15 Prozent der Forderung

Vollstreckungsauskünfte erhöhen die Inkassochancen: Ein neues Produkt von Wirtschaftsauskunfteien ergänzt die Standardangaben mit aktuellen Daten über

1. Arbeitgeber oder Leistungsträger

2. Familienstand

3. Einkommensverhältnisse

4. Haus- und Grundeigentum

5. eventuelle Negativmerkmalen

6. Bankverbindungen

Auskunftsbeispiel:

– Franjo Pooth wurde am 20.07.1969 geboren, ist mit Verona Pooth-Feldbusch verheiratet und hat einen Sohn.

– Der Angefragte ist Mitgesellschafter und Geschäftsführer der im Handelsregister Düsseldorf unter HRB 49455 eingetragenen Firma „Maxfield GmbH“, Kaistr. 2, 40221 Düsseldorf. Das Unternehmen hat ein Stammkapital von 225.000 Euro.

– Gegenstand des Unternehmens ist der Vertrieb von MP3-Playern.

– Im Jahre 2006 wurde ein Umsatz von 48,2 Millionen Euro erzielt.

– Zur Zeit läuft gegen das Unternehmen ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht – Düsseldorf unter dem Aktenzeichen 504 IN 12/08.

– Die erste Gläubigerversammlung fand am 06.05.2008 statt. Zurzeit gibt es 292 Gläubiger-Ansprüche.

– Das Unternehmen hat zurzeit etwa 12,8 Milionen Euro Schulden.

– Bei der jetzigen finanziellen Lage können die Gläubiger von einer Quote von 0,4 Prozent ausgehen. Diese Quote könnte sich durch den Verkauf von Lagerbeständen erhöhen.

– Haus- und Grundeigentum ist laut Angaben des Grundbuchamtes für Herrn Pooth nicht eingetragen (ist Eigentum seiner Eltern).

– Ein Grundstück im Wert von 2,3 Millionen Euro hat Franjo Poth am 23.06.2007 an seine Ehefrau Verona Poth verkauft.

– Eine Bankverbindung wird bei der Stadtsparkasse Düsseldorf unterhalten.

– Beim Amtsgericht Düsseldorf und Meerbusch liegen keine Negativmerkmale gegen Herrn Pooth vor (aber Insolvenz-Antrag).

– Die Schuldensumme liegt bei 14,8 Millionen Euro .

– Franjo Pooth ist auch Gesellschafter und Geschäftsführer der im Handelsregister Neuss unter HRB 13598, Ersteintrag vom 09.12.2005, eingetragenen Firma „HK Consulting Agency GmbH“ mit Sitz in 40667 Meerbusch, Niederlöricker Str. 108.

Das Stammkapital beträgt Euro 25.000,-.

Quelle: dwa-wirtschaftsauskunft.de

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