Diverses Schulfach Wirtschaft: Bitte schwänzen!

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik© Rudolf Wichert

Schüler, die das Bruttosozialprodukt definieren können, werden nicht automatisch gute Unternehmer. Ein Schulfach Wirtschaft macht also per se keinen Sinn, findet Dirk Horstkötter. Sein Kommentar zeigt, wie Wirtschaft stattdessen lebendiger werden kann.

Wenn in diesen Tagen honorige Wissenschaftler der Frage nachgehen, welche Rolle Unternehmer in deutschen, englischen, schwedischen und sonstigen nationalen Schulbücher spielen, kommt auch diese Forderung wieder auf den Tisch: Wirtschaft soll endlich Schulfach werden. Viele Wirtschaftsorganisationen haben sich das auf die Fahnen geschrieben. Der Bankenverband krakeelt am lautesten dafür.

Die Bildungspolitiker sind gut beraten, diesen Vorstoß abzufangen. Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Es bleiben zwei gravierende Einwände. Erstens: Die Schule der Zukunft wird nicht mehr stupide Wissen eintrichtern, sondern vor allem Anstöße und Hilfe geben, sich dieses Wissen begeistert selbst anzueignen. Jetzt neue Fächer aufzunehmen, weist also bildungspolitisch in die falsche Richtung. Und es motiviert falsche Nachahmer. Mit der gleichen Verve würden dann Krankenkassen Gesundheitskunde einfordern und Pro7 Laufstegtraining. Zweitens: Wer hofft, mit Wirtschaftskursen die weiter schwächliche Gründerquote hierzulande hoch zu treiben, ist ein gutgläubiger Träumer. Ein deutscher Bill Gates wird nicht dadurch geboren, dass Schüler eine Produktionsfunktion zeichnen und das Bruttosozialprodukt definieren können.

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Wirtschaft muss wieder cool werden, aber das kann nicht per Lehrplan diktiert werden. Die Unternehmer haben es selbst in der Hand, für sich und ihren Nachwuchs zu werben. Sie müssen nach vorne auf die Bühne treten und zeigen, warum Wirtschaft rockt: Weil hier mit guten Ideen alles möglich ist, weil man hier frei entscheiden kann und niemand belehrt.

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