Diverses Schwarz-grünes Hamburg: Aber Berlin bleibt Berlin!

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik© Rudolf Wichert

Punkt eins - der mittägliche Kommentar auf impulse.de zu aktuellen Themen. Heute: Dirk Horstkötter, Ressortleiter Politik, über die neue schwarz-grüne Regierung in Hamburg - und warum ein solches Regierungsbündnis auf Bundesebene keine Alternative zur Großen Koalition wäre.

Schwarz-Grün in Hamburg ist besiegelt – und jetzt geht die Träumerei für den Bund los: Eine neue bürgerliche Koalition scheint möglich nach der Wahl im Herbst 2009. Es umarmen sich Union, FDP und Grüne. Eine Mehrheit von weit über 50 Prozent bringen die Drei zusammen. Ein Machtblock gegen die Linksfront. Eine bürgerliche Renaissance, ganz wie zu Adenauers Zeiten.

Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass dieses Bündnis „Jamaika-Koalition“ heißt: Bei Zuführung unerlaubter Drogen und im Zustand geistiger Lässigkeit mag man dran glauben. Nach dem Rausch wird auch bei der Union mit der Wieder-Gerne-Kanzlerin Angela Merkel das Nachdenken einsetzen: Was wäre eigentlich gewonnen, wenn statt eines verträglichen SPD-Vizekanzlers Frank-Walter Steinmeier die Nervzwerge Guido Westerwelle, FDP, und Jürgen Trittin, Grüne, am Kabinettstisch säßen? Die Kanzlerschaft würde zur Hölle, weil man bei Schwarz-Grün-Gelb das Amt eben nicht wie bisher präsidial-kommod aussitzen kann.

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Auch die SPD wird die augenscheinlich so große politische Beweglichkeit entzaubern – falls sie 2009 überhaupt in die Position kommt, um über Sinn oder Unsinn einer Dreier-Konstellation nachzudenken. Das Versprechen, die Linken diesmal noch außen vor zu lassen, darf man Ihnen wohl abnehmen. Aber eine rot-gelb-grüne Regierung wäre – sollte es überhaupt Mehrheiten dafür geben – ein völlig unvorbereitetes Abenteuer. Sie werden sehen: Bevor sich eine SPD zum Ampelmännchen machen lässt, wird auch sie sich besinnen: So schlecht war das Arrangement mit den Schwarzen an den Trögen der Macht doch gar nicht!

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