Diverses Schwere Tage für Familie und Firma

Wir hatten Sie in der letzten Ausgabe gebeten, uns zu schreiben: über Ihr unternehmerisches Selbstverständnis und über die Hauptpro­bleme, die Sie als Unternehmer in Deutschland haben.

Viele von Ihnen haben geantwortet. Sie haben die Reform der Erbschaftsteuer und die
Unternehmensnachfolge als zwei der zentralen Themen genannt, die Sie im Moment beschäftigen. Einige von Ihnen denken sogar darüber nach, mit dem privaten Vermögen ins Ausland zu gehen, bevor die Erbschaftsteuerreform beschlossen wird.

Ein bisschen mulmig wurde es uns allerdings doch, als wir unseren eigenen Titel gesehen haben. Mitten im Hochsommer, was für ein Thema. Doch dann haben wir es mit Unternehmerfamilien diskutiert, wir haben über die Erbschaftsteuerreform recherchiert. Alexander Mayerhöfer und David Selbach trafen Unternehmer und Unternehmerinnen, die nach dem plötzlichen Tod des Chefs gar nicht wussten, wo sie anfangen sollten – mit der Trauer oder mit der Arbeit in der Firma.

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Sie redeten mit leitenden Angestellten, die auf einmal statt den respektierten Chef dessen unwissenden Sohn vor der Nase sitzen hatten. Sie trafen auf unvorbereitete Nachfolger, die nicht einmal die Telefonnummern der wichtigsten Kunden fanden. Und sie sprachen mit Freunden, die nach dem Tod des Miteigentümers am liebsten dessen Familie getröstet hätten – und stattdessen über Firmenanteile verhandeln mussten. Nur wenige Unternehmen sind wirklich vorbereitet auf den Tod des Chefs, des Gründers oder der Unternehmerin. Und es gibt nur wenig Unterschiede zwischen den großen und den kleinen Familien­unternehmen.

Dabei ist es jetzt noch wichtiger als bisher, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn nun geht es nicht nur um den besten Nachfolger und darum, wie man sie oder ihn auf die kommende Aufgabe vorbereitet. Jetzt geht es auch um die Steuer. Noch ist die Erbschaftsteuerreform nicht in all ihren Einzelheiten beschlossen. Aber schon ist klar, dass der Betriebsübergang für viele Unternehmen nach der Reform teurer und bürokratischer werden wird, sagt impulse-Steuer­experte Reinhard Klimasch.

Die Reform ist in die Politikmühlen der Großen Koalition geraten, letzte Fragen werden wahrscheinlich erst im September oder Oktober abschließend geklärt. Es kann sich jedoch lohnen, die Nachfolgefrage jetzt anzupacken und zu regeln – bevor die neue Erbschaftsteuer in Kraft getreten ist.

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