Diverses Selbstlose Förderer und andere Stifter

Hat der Unternehmer keinen geeigneten Nachfolger, kann er die Firma gleichwohl auch für die Zeit nach seinem Tod erhalten. Das Mittel dazu: eine Stiftung, entweder gemeinnützig oder privat.

Familienstiftung

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Das ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts, die ausschließlich oder überwiegend dem Wohl der Mitglieder einer oder mehrerer bestimmter Familien dient. Der Firmenchef überträgt sein Vermögen ganz oder teilweise auf die Stiftung und fungiert dann möglicherweise als deren Vorstand. Er kann für diese Funktion auch fremde Manager anheuern. Weil solche Familienstiftungen nicht dem Gemeinwohl dienen, haben sie keine steuerlichen Vorteile. Die Errichtung kostet Schenkungsteuer, Einkünfte unterliegen der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Die Errichtung einer Familienstiftung von Todes wegen ist erbschaftsteuerpflichtig. Zudem fällt alle 30 Jahre die sogenannte Erbersatzsteuer an, bei der ein Vermögensübergang auf zwei Kinder simuliert wird. Die Stiftung beerbt sich gewissermaßen selbst.

Privatnützige Stiftung

Will der Firmenchef mit seiner Stiftung das Wohl etwa seiner Mitarbeiter fördern, fehlt es an der Gemeinnützigkeit. Die Privatstiftung wird daher steuerlich wie die Familienstiftung behandelt.

Gemeinnützige Stiftung

Gemeinnützig ist eine Stiftung, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern – etwa Wissenschaft und Kultur. Zuwendungen an sie lassen sich bis zu 1 Mio. Euro pro Person bei der Einkommensteuer abziehen. Ehepaare können doppelt so viel stiften. Bei Stiftern mit hoher Progression sorgt das dafür, dass sie nach Abzug der Steuerersparnis netto nur rund die Hälfte selbst aufwenden müssen. Die Erträge der Stiftung wandern in die per Satzung bestimmten gemeinnützigen Zwecke, ganz oder zum Teil. Bis zu einem Drittel der Zinseinnahmen und Beteiligungserträge kann der Stifter für die Familie reservieren, ohne die Gemeinnützigkeit zu gefährden.

Treuhandstiftung

Stiftungszweck, Stiftungsvermögen, Nachhaltigkeit des Engagements und ein Mindestmaß an innerer Organisation werden durch einen privatwirtschaftlichen Vertrag zwischen Stifter und Stiftungsträger – meist eine andere Stiftung – als Treuhänder errichtet. Die unselbstständige Treuhandstiftung kann gleichwohl den Namen des Stifters oder eine von ihm gewählte Bezeichnung tragen. Sie bietet sich insbesondere dann an, wenn kleine bis mittlere Vermögen einem bestimmten Zweck gewidmet werden sollen. Ist der gemeinnützig, hat die Treuhandstiftung alle Steuervorteile wie eine rechtsfähige gemeinnützige Stiftung.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 11/2010.

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