Diverses Sensibles Terrain

Andere Länder, andere Sitzungen: Wer ausländische Unternehmer in Besprechungen überzeugen will, sollte die Befindlichkeiten der Gastgeberkultur kennen. Sonst landet er schnell im Aus.

Harald Riehle traute seinen Ohren nicht. Als der Geschäftsführer des Denkendorfer Mittelständlers IWA – F. Riehle im Meeting dem Leiter einer französischen Flugschule gegenübersaß, zog dieser plötzlich einen Flugrechenschieber von Riehles Firma aus der Schublade und strahlte: „Oui, ça c’est un produit!“ (Das hier ist ein Produkt!). „Et ça c’est merde!“ (Und das hier ist Sch..!), kommentierte er das britische Konkurrenzprodukt. Heute weiß Riehle: „Bei französischen Meetings herrscht eine sehr offene Atmosphäre. Wichtig ist aber, dass man als Deutscher nicht ebenso plump vertraulich wird.“

Andere Länder, andere Sitzungen: Selbst international erfahrene Unternehmer erleben bei Besprechungen im Ausland häufig Überraschungen – egal ob in Paris, Pittsburgh, St. Petersburg oder Peking. „Ein Großteil der Firmen unterschätzt die nationalen Unterschiede in der Geschäftswelt“, sagt Hannelore Küpers, Professorin für interkulturelles Management an der Fachhochschule Bochum.

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Was die Situation für Chefs nicht einfacher macht: „Obwohl sich durch die Globalisierung das Kommunikations­verhalten in manchen Bereichen vereinheitlicht, beobachten wir gleichzeitig deutliche Tendenzen zur Ausdifferenzierung.“

Geistreicher Smalltalk

Grund genug, die nationalen Eigenheiten bei Konferenzen unter die Lupe zu nehmen. Schon die Unterschiede zum Nachbarn Frankreich sind größer, als es der Abstand der beiden Rheinufer vermuten lässt. »Im Gegensatz zu den Deutschen pflegen Franzosen einen beziehungsorientierten Stil«, erklärt Stefan Richter, Diplompsychologe und Berater beim Institut für Betriebspsychologie Jira­nek (IFB) im bayerischen Neufahrn. „Stimmt die Chemie, klappt auch der Rest.“ Riehles Rat: „Franzosen sind um Welten aufgeschlossener, wenn man ihre Sprache spricht.“

Vor allem sollten Deutsche darauf gefasst sein, dass sich ihre Gesprächspartner nicht von einer Agenda vorschreiben lassen, wann was besprochen wird. Diskutiert wird vielmehr eher nach Lust und Laune, auf jeden Fall aber stets geistreich – oft und gerne mit zahlreichen Zitaten aus Kultur und Literatur.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2005, Seite 122, nachlesen.

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