Diverses Serie EU-Erweiterung Teil 5: Slowenien, Zypern und Malta

Zehn Staaten treten am 1. Mai der Europäischen Union bei. Der fünfte Teil der Capital-Serie zur Ost-Erweiterung analysiert die drei Mittelmeerländer Slowenien, Zypern und Malta. Sie haben unter allen Neulingen das höchste Wohlstandsniveau - und bieten Unternehmen wie Anlegern attraktive Chancen.

Baden in der Adria, Skifahren in den Südalpen, Sightseeing in der Hauptstadt Ljubljana: Jedes Jahr strömen zwei Millionen Urlauber nach Slowenien, genauso viele, wie das Land Einwohner hat. Und nicht nur bei Urlaubern ist das neue EU-Mitglied beliebt, auch in der Wirtschaftswelt hat es einen guten Ruf. „Slowenien ist der Musterknabe unter den Beitrittsstaaten“, sagt Hermine Vidovic, die für das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche die Ost-Erweiterung analysiert. Eine Studie der Dekabank kommt zum gleichen Urteil: „Slowenien ist am besten vorbereitet.“

Wohlstand. Das spiegelt sich vor allem in einer Zahl wider: Die Kaufkraft pro Kopf, wichtigste Messgröße für den Entwicklungsgrad einer Volkswirtschaft, liegt mit 17700 Euro bei 70 Prozent des EU-Durchschnitts – und damit bereits heute auf dem Niveau von Portugal und Griechenland. Zum Vergleich: Polen erreicht 41 Prozent, Ungarn 53 Prozent und Tschechien 60 Prozent. Lediglich zwei Beitrittsstaaten können mit Slowenien mithalten: die beiden anderen Mittelmeer- und Ferienländer Zypern und Malta. Zypern hat sogar ein etwas höheres Wohlstandsniveau. Die Statistik bietet jedoch ein etwas verzerrtes Bild, weil in die Daten nur der reiche Südteil der Insel einfließt, nicht aber der arme türkische Norden. Lesen Sie auf Seite 2: Welche Regelungen es in den zukünftigen EU-Mitgliedsstaaten Slowenien, Malta und Zypern bei Steuern und Abgaben, Investitionen und Arbeitskräften gibt.

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Alle drei neuen EU-Mitglieder sind für Betriebe attraktive Standorte. Anleger schätzen besonders Zypern und Malta – wegen niedriger Steuern und strenger Bankgeheimnisse.

  • Slowenien. Unternehmen profitieren von einem moderaten Körperschaftsteuersatz von einheitlich 25 Prozent. Privatpersonen werden dagegen vergleichsweise kräftig zur Kasse gebeten: Auf bis zu 50 Prozent steigt der Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer. Zinsen versteuert der Fiskus voll. Arbeitnehmer zahlen zudem knapp 16 Prozent vom Lohn an Sozialabgaben, der Chef steuert weitere 22 Prozent bei. Info: www.ahk.hr/ahk_slo/de Zypern. Die Insel ist für Firmen steuerlich fast konkurrenzlos günstig: Nur zehn Prozent ihres Gewinns müssen sie an den Staat abführen. Privatpersonen überweisen bei einem progressiven Tarif bis zu 30 Prozent ihres Einkommens an das Finanzamt, hinzu kommen paritätisch gezahlte Sozialabgaben von 12,6 Prozent. Vergünstigungen gibt es für Zinsen, Dividenden verschont der Staat vollständig. Info: www.zypern-wirtschaft.de Malta. Hier ist Einfachheit Trumpf: Betriebe zahlen 35 Prozent Steuern, bei Privatleuten steigt der Satz mit dem Verdienst ebenfalls bis zu dieser Grenze. Eine Quellensteuer auf Kapitalerträge gibt es nicht, allerdings haben Einheimische die Zinsen wie Lohn zu versteuern. Die Malteser locken ausländische Investoren, die sich auf der Inselgruppe niederlassen wollen, mit einer Steuerbefreiung für bis zu zehn Jahre. Info: www.german-maltese.com

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