Diverses Sie haben die Wahl !

Schön, dass es alle vier Jahre mindestens das gibt:Politiker aller Couleur bitten bundesweit bei Firmenchefs um Besuchstermine. Dann gibt`s zupackendes Händeschütteln. Offene Ohren für Probleme.

Schön, dass es alle vier Jahre mindestens das gibt: Politiker aller Couleur bitten bundesweit bei Firmenchefs um Besuchstermine. Dann gibt¹s zupackendes Händeschütteln. Offene Ohren für Probleme. Und für die Firmenchefin
vielleicht gar ein Röschen. Sollten da nicht viel öfter Bundestagswahlen stattfinden?
Auch wenn`s schade um die Blumen ist: besser nicht. Denn schon heute lähmt solcher Politzirkus vieles, was einfach längeren Atem braucht als
bestenfalls vier Jahre. Das gilt für einen Ruck durch Deutschland ebenso
wie für eine neue gesellschaftliche Mitte.

Die Konsequenz für den anstehenden Urnengang? Ich will so unvorsichtig sein
und Ihnen eine Wahlempfehlung geben: Machen Sie Ihr Kreuzchen bewusst dort,
wo Sie auch nach dem Wahlabend als Unternehmer ernst genommen werden.
Schlichte Testfrage dazu: Begreift der Kandidat/die Partei Selbständige,
insbesondere Gründer, wirklich als den Motor unser Wirtschaft? Oder eben
doch nur als Arbeitsplatzanbieter?
Die Folgen dieser Unterscheidung sind groß. Sie ziehen sich von den Steuergesetzen über die Sozialversicherungssysteme bis hin zur
Europa-Politik (nachzulesen in der impulse-Serie „Wahl 2002“, letzter Teil
in dieser Ausgabe ab Seite 135). Die drängendsten Reformen verlangt dabei
der deutsche Arbeitsmarkt. Schaffen wir endlich den Turn-around, kommen wir weg von der bedrohlich wachsenden Arbeitslosigkeit?

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Eines ist hier inzwischen bewiesen: Kein Kanzler kann diesen gesellschaftlichen Sprengsatz im Alleingang entschärfen. Wohl aber kann er
die dazu nötigen Rahmenbedingungen schaffen ­ und fortan vor Aufweichungen
schützen. Die Mischung aus einem energischen „Basta“ sowie geduldigem
„Aussitzen“ hätte demnach hier durchaus ihren Reiz. Gut ist, dass inzwischen von allen Parteien Vorschläge für
Arbeitsmarktreformen auf dem Tisch liegen. Die auch ans „Eingemachte“
gehen. Doch vor Lippenbekenntnissen und blankem Aktionismus muss gewarnt
werden.
Auch hier hilft dem Unternehmer die genannte Testfrage. Nach der
Grundüberzeugung also.
Unternehmer sind die Kanzlermacher. Sagt Forsa-Chef Manfred Güllner im
Schlusspunkt dieser Ausgabe (Seite 150). Sie spielen diese Karte bislang
jedoch nicht aus, befindet er. Zu heterogen treten sie als gesellschaftliche
Kraft in Erscheinung.
Bleibt zu hoffen, dass es diesmal anders wird. Hinweis dazu ­auch wenn er
bekannt vorkommen mag: Nichtwähler machen sich zum Steigbügelhalter für
drittklassige Politiker. Nur so kommen die an ein Ticket in den Bundestag.
Schließlich gilt: Den Kopf in den Sand zu stecken war noch nie eine
Unternehmertugend. Wer knirscht schon gern mit den Zähnen? Also: Unternehmen
Sie was!

Herzlich Ihr

Thomas Licher, Chefredakteur

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