Diverses Sind Ihre Leute bestechlich?

Manche Einkäufer bereichern sich auf Kosten der Firma. Wie Sie sie ertappen können.

In Deutschland erschüttern derzeit ständig neue Bestechungsskandale das Vertrauen in die Beschaffungsabteilungen. Auch die Kriminalpolizei schlägt Alarm – 2004 gab es zehn Prozent mehr Korruptionsverfahren als im Jahr zuvor. Für mittelständische Firmen Anlass genug, den Einkäufern verschärft auf die Finger zu sehen. Professorin Britta Bannenberg, Korruptionsexpertin an der Uni Bielefeld, mahnt: „Interne Revisionen müssen verstärkt werden.“ Anzeichen dafür, dass ein Mitarbeiter bei der Vergabe von Aufträgen die Hand aufhält, sind oft reichlich vorhanden.

Vor allem folgende Indizien können einen Verdacht begründen: Ist der Einkäufer unzufrieden mit seinem Job, befindet er sich in einer finanziell angespannten Lage, ist er gar Spieler? Dann sollte sein Chef den Mann aufmerksam beobachten, raten die Korruptionsbekämpfer der FMS Fraud Management and Services in Bielefeld. Als Schutzmaßnahme empfiehlt die Geschäftsführung der FMS, die Funktionen von Bestellung, Wareneingangskon­trolle, Rechnungsprüfung und Zahlungsanweisung per­sonell zu trennen, um Mauscheleien zu erschweren. Kristof Gosztonyi von Control Risks Deutschland kennt ebenfalls eine Reihe von Alarmsignalen.

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Unvollständige Abrechnungsunterlagen, Faxe oder Kopien, die als Rechnung abgezeichnet werden, Eingriffe von Managern in Geschäfte, die eigentlich Sachbearbeiter abwickeln – dies können Hinweise auf Fehlverhalten sein. Selbst übermäßiger Fleiß ist verdächtig. Wer keinen Urlaub nimmt, will vielleicht nur verhindern, dass der Vertreter schwarze Konten entdeckt. Und wer abends spät noch im Büro hockt, wartet möglicherweise nur, bis keine Zeugen seiner Machenschaften mehr in der Nähe sind.

Weitere Artikel aus dem Ressort Management können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2006, Seite 104, nachlesen.

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