Diverses So bremsen Sie Mobber

Schikane unter Mitarbeitern nimmt derzeit drastisch zu. impulse zeigt Prävention und Auswege.

Ein Autozulieferer im Süden (500 Mitarbeiter), ein Team aus der Produktentwicklung soll über den Projektfortschritt berichten. Statt aber zu einer gemeinsamen Präsentation einzuladen, berichten die vier Kollegen einzeln, Kritisches über die jeweils anderen inklusive. Der Vorstand registriert den Konflikt, bleibt aber zunächst untätig – bis sich das Team heillos zerstreitet.

Hier wurden Hinweise auf eine aufkeimende Mobbing-Situation zu spät erkannt – also systematisches Schikanieren von Mitarbeitern durch Drohungen, Intrigen oder Rufmord. Rund 1,5 Millionen Erwerbstätige fühlen sich aktuell von Vorgesetzten, Kollegen oder Mitarbeitern planmäßig drangsaliert, schätzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Ein altes Thema mit neuer Dramatik: „Früher hatten wir rund drei Anrufe pro Tag, heute oft zehn“, berichtet Margit Ricarda Rolf, Leiterin der bundesweit vernetzten Mobbing-Zentralen. Wieso, das erklärt der Hamburger Berater Werner Fürstenberg, der sich auf Betreuung von Mitarbeitern spezialisiert hat: Die Belastungen nähmen zu, was zu mehr Konflikten und schärferer Konkurrenz unter den Mitarbeitern führe. „Zudem haben viele Chefs ihre Fürsorgepflicht verletzt, indem sie leistungsschwächere Kollegen, etwa wegen psychischer oder Suchtprobleme, jahrelang durchgezogen haben.“

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Unternehmer, die diesen Trend ignorieren, riskieren viel. Mobbing führt zu innerer Kündigung, Krankheit, Ineffizienz. Wird ein Mitarbeiter mit 3000 Euro Monatsgehalt vier Jahre lang diffamiert, entsteht der Firma ein Schaden von 300000 Euro. Dies hat Michael Merk errechnet, Mitautor eines soeben erschienenen Praxisleit­fadens zum Thema. Zudem müssen Firmen, die Mobbing nicht unterbinden, mit einer Klage rechnen. „In Rheinland-Pfalz wurden Chefs zu Schmerzensgeld und Schadenersatz verurteilt“, weiß der Hamburger Anwalt Peter MacKenzie. „Die häufigsten Krankheitserscheinungen sind Sucht, Depres­sion, Angststörungen und Erschöpfungszustände“, beobachtet Bernd Sprenger, Chefarzt der Oberbergkliniken Berlin/Brandenburg für Psychotherapie. Bis zu 20 Prozent seiner Patienten leiden unter Mobbing, Tendenz steigend.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 01/2007, Seite 96, nachlesen.

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