Diverses So reagieren Sie richtig

Wer sich ein Konzept zurechtlegt, geht aus jeder Betriebsprüfung als Sieger hervor. Wann man hart bleiben oder Vergleiche anstreben sollte - oder besser nachgibt.

Wann Sie kämpfen sollten

Auslandsgeschäft
Die Firma beliefert Tochtergesellschaften. Der Prüfer unterstellt Export von Gewinnen ins Ausland. Gegenargument: solide Kalkulationsunterlagen und Preislisten der Konkurrenz vorlegen.

Anzeige

Entnahmen
Das Finanzamt setzt den Wert für eine entnommene Immobilie höher an und verlangt Steuern auf stille Reserven. Gegenargument: Ein Sachverständigen-Gutachten bestätigt die Position des Unternehmers.

Firmenumbau
Nach Umwandlung einer Einzelfirma in eine GmbH: Der Beamte streicht Abschreibungen auf neue Werte für Maschinen, Anlagen und Geschäftsgebäude. Gegenargument: Diese sind per Gesetz zulässig und jetzt vom Bundesfinanzhof ausdrücklich bestätigt.

Freie Mitarbeit
Das Finanzamt stuft freie Mitarbeiter als Angestellte ein und verlangt Lohnsteuer. Gegenargument: Die Freien sind auch mit anderen Firmen im Geschäft.

Gewinn
Der Prüfer zieht die »amtlichen Richtsätze « aus der Tasche und will den Firmengewinn erhöhen. Gegenargument: Die Buchführung ist in Ordnung.

Liebhaberei
Bei einer Tochterfirma streicht der Beamte Steuer sparende Verluste, weil angeblich auf Dauer keine Gewinne zu erzielen sind. Gegenargument: Marketingoffensive und Kostensenkungsprogramm versprechen jetzt schwarze Zahlen.

Wo Kompromisse lohnen

Abschreibung
Moniert das Finanzamt kürzere Abschreibungsfristen, als die amtlichen Tabellen erlauben, hält der Chef gegen: Das Anlagenverzeichnis belegt, dass er durchweg schneller investiert.

Firmenwagen
Hält der Prüfer den Kaufpreis für einen Sportwagen für unangemessen hoch, einigt man sich auf eine finanzielle Obergrenze als Abschreibungsbasis.

Gebäude
Will der Beamte größere Baumaßnahmen komplett den Herstellungskosten mit Abschreibung über 33 Jahre zurechnen, verlangen Unternehmer Sofortabzug zumindest für typischen Erhaltungsaufwand.

Gehalt
Sind die Jahresbezüge (Gehalt, Tantiemen, Extras) angeblich zu hoch, so setzt der GmbH-Chef mindestens den Vergleichswert aus der jüngsten impulse-Umfrage durch (impulse 11/2005).

Geschäftsreise
Streicht das Finanzamt vermeintlich private Reisekosten komplett, kann der Firmenchef meist belegen, dass er gleichwohl Kunden oder Lieferanten besucht hat. Dann sind die Kosten anteilig absetzbar.

Mitarbeit
Feilscht der Beamte um hohe Gehälter für mitarbeitende Angehörige (Ehegatte, Kinder, Seniorchef), kontern Betriebsinhaber mit hohem Arbeitseinsatz, besonderer Verantwortung oder Qualifikation.

Zuschätzung
Bei Verdacht auf Schwarzumsätze, die der Prüfer aber im Einzelnen nicht belegen kann, einigen sich Unternehmer und Finanzamt auf einen Gewinnzuschlag.

Wann Sie besser nachgeben

Ansparrücklage
Der Firmenchef verzichtet, falls er nicht im Einzelnen aufgeschrieben hat, was er in den nächsten Jahren investieren wollte.

Betriebsfeier
Belohnt der Unternehmer seine Leute mit einer teuren Feier, nimmt er Lohnsteuer auf die eigene Kappe.

Bewirtung
Wer Geschäftsfreunde zum Geburtstag einlädt, akzeptiert sofort, dass der Prüfer die Restaurantrechnung auf »Privat« bucht.

Eigenbedarf
Gastronomen oder Handelsunternehmer lenken ein, wenn der Prüfer Pauschalen für den Eigenverbrauch der Familie ansetzt. Sie verhandeln allenfalls über die Höhe des Anteils für die Kinder.

Fahrtenbuch
Bei lückenhaften Aufzeichnungen akzeptiert der Chef die Pauschalabrechnung der Privatfahrten.

Privat
Bei Teppichen, Bildern oder Unterhaltungselektronik lohnt kein Streit – falls die Zweifel des Beamten an der betrieblichen Nutzung begründet sind.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...