Diverses Sofort 25 Prozent weniger

Warum auf die niedrigen Steuersätze 2008 warten? Mittelständische GmbH-Chefs können sie früher genießen, als es sich der Finanzminister träumen lässt.

Ab 2008 zahlen Kapitalgesellschaf­ten für ihre Gewinne weniger Steu­ern: rund 30 Prozent statt wie bisher knapp 40 Prozent, Gewerbesteuer inklusive. Den Vorteil von glatt 25 Prozent streichen sie indes erstmals ein, wenn sie Anfang 2009 die Steuererklärung für den Gewinn 2008 abgeben. Dabei könnten viele Firmen sich den niedrigen Steuersatz schon jetzt zunutze machen – wenn sie das Steuerjahr rückwirkend ändern. „Ein einfaches, aber effektives Sparmodell“, sagt Andreas Striegel, Rechtsanwalt und Steuerberater in der Kanzlei Kaye Scholer in Frankfurt.

Davon profitieren können Unternehmer, die mit ihrer Firma als GmbH, AG oder Limited unterwegs sind. Nach dem Vorbild von Betrieben, bei denen schon immer das Geschäftsjahr vom Kalenderjahr abwich. Denn diese Firmen versteuern große Teile des Gewinns 2007 zu den niedrigeren Steuersätzen, die eigentlich erst ab 2008 gelten. Beispiel: Stellt der Firmenchef die Jahresbilanz jeweils zum 31. März auf, kostet der gesamte Jahresgewinn 2007/08 nur noch rund
30 Prozent. Obwohl – rein rechnerisch – drei Viertel davon auf 2007 entfallen. Von diesem Prinzip kann praktisch jeder Firmenchef Gebrauch machen. Berater Striegel: „Genau die richtige Strategie, wenn das laufende Jahr ein gutes Ergebnis verspricht.“

Anzeige

Termine entscheiden

Eine Änderung des Geschäftsjahrs erfordert indes die Zustimmung des Finanzamts. Die braucht es jedoch nicht, wenn der Firmenchef zunächst eine zweite GmbH installiert. Und als Geschäftsjahr etwa die Zeit vom 1. Februar 2007 bis 31. Januar 2008 wählt. Mit Notarvertrag und Eintrag ins Handelsregister. Anschließend überträgt er die Geschäfte und das Vermögen auf die neue Firma („Verschmelzung“). Und zwar rückwirkend zum 1. Februar 2007. Schon ist das Sparmodell perfekt. Striegel: „Das ist schnell gemacht und kostet etwa 3000 bis 7000 Euro.“
Besonders Eilige ersparen sich die Gründungsformalitäten. Sie kaufen gleich eine fertige GmbH („Vorratsgesellschaft“). Mit einem Geschäftsjahr nach Wunsch. Zu haben bei Finanzdienstleistern wie etwa Foratis in Bonn oder Blitzstart in München. Wer so vorgeht, sollte das Misstrauen der Finanzbeamten einkal­kulieren und für die neuen Termine einen plausiblen wirtschaftlichen Grund parat haben. Etwa die Hektik im Jahresendgeschäft. Striegel: „Unternehmer, die im Wettbewerb stehen, haben dann meist keine Zeit für Buchführung und Bilanz.“

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...