Diverses Solidarität mit Profit

Erfolgreiche Chefs machen es vor: Wer Strategie und Tagesgeschäft konsequent an ethischen Standards ausrichtet, stärkt das Unternehmen und die Bilanz.

Probleme mit Lieferanten? Martin Gänsler kennt da kein Pardon. „Wer unsere Verbesserungsvorschläge nicht akzeptiert, muss mit Beendigung des Geschäftsverhältnisses rechnen“, sagt der Puma-Vize, im Konzernvorstand unter anderem für Einkauf, Umwelt und Soziales verantwortlich.

Jedoch geht es dem Lifestyle- und Sportartikler nicht in erster Linie um technische Feinheiten. Sondern um Umwelt- und Sozialstandards wie Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz oder Verhinderung von Kinderarbeit. 2004 hat Puma 337 Zulieferer unangemeldet selbst inspiziert oder durch die Fair Labor Association inspizieren lassen. „34 Fabriken entsprachen nicht unseren Richtlinien“, zieht Gänsler Bilanz.

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Ein Paradebeispiel dafür, wie sich deutsche Firmen ethischen Standards verschreiben. Soll heißen: Strategie und Tagesgeschäft an Grundwerten wie Fairness, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Respekt vor dem Individuum ausrichten. Und dies nicht etwa erst als PR-Retourkutsche auf Franz Münteferings Heuschrecken-Attacke oder kirchliche Kapitalismuskritik.

Gelebte Wertekultur bringt Erfolg

„Ethik ist längst unverzichtbarer Erfolgsfaktor“, sagt Professor Josef Wieland, Direktor des Instituts für Wertemanagement an der Fachhochschule Konstanz, „denn wer verantwortungsvoll wirtschaftet, gewinnt qualifizierte Mitarbeiter und überzeugt Kunden wie Lieferanten.“ Tatsächlich soll ein Viertel des wirtschaftlichen Erfolgs von der gelebten Wertekultur abhängen, so eine aktuelle Studie unter 33 Firmen, vorgelegt von der Bonner Unternehmensberatung Deep White und der Universität St. Gallen.

Was aber hat man sich darunter praktisch vorzustellen? Keine betriebsbedingten Kündigungen mehr, solange alte Reserven die neuen Verluste kompensieren? Verteilung des Gewinns an Belegschaft und wohltätige Organisationen? „Man darf Ethik nicht mit Mildtätigkeit verwechseln“, hält Jürgen Heraeus gegen, Aufsichtsratschef des gleichnamigen Familienkonzerns, „ein Unternehmen ist keine Rote-Kreuz-Veranstaltung.“

Auch Wieland räumt der Sicherung der Firma Vorrang ein. Dies allerdings unter Berücksichtigung der Interessen der Gesellschafter, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Banken. Ebenso der Umweltbedingungen, kulturellen und gesetzlichen Eigenheiten des Landes.

Instruktive Websites:

www.dnwe.de

www.cauxroundtable.org

www.kiem.fh-konstanz.de.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2005, Seite 56, nachlesen.

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