Diverses Solizuschlag – bitte nicht noch 320 Jahre

© TruePixel / Achim Meissner

Ist der Aufbau Ost gescheitert? Die Zahlen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle legen genau das nahe: Danach dauert es noch 320 Jahre, bis Ostdeutschland auf Westniveau ist. Doch nicht nur die Zahl ist absurd - und zwingt zum Umdenken, findet impulse-Redakteur Reinhard Klimasch. Sein Kommentar zeigt: Weiterhin Geld in den Osten zu pumpen, bringt wenig.

Allein mit niedrigen Löhnen, der alten Industriebasis, dem Nachholbedarf bei Konsumgütern und Milliardenhilfen sind zwischen Rügen und Zwickau schnelle Wirtschaftswunder nicht zu bewerkstelligen. Das ist inzwischen jedermann klar. Denn weiter im Osten ist die Produktion noch einmal erheblich kostengünstiger. Doch dass der Aufbau Ost – so das Ergebnis einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) – voraussichtlich 320 Jahre ab heute dauern wird, zwingt zum Umdenken.

Es gibt keine ökonomisch plausiblen Gründe, ganze Landstriche unter umfassenden Bestandsschutz zu stellen. Dann sind die Kosten schnell höher als jeder Nutzen. Damit es aufwärts geht, sollte die Politik deutlich machen, dass die Ostförderung 2019 tatsächlich ausläuft. Und im Übrigen darauf pochen, dass die Gelder aus dem Westen investiert und nicht verfrühstückt werden.

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Wer den Aufbau Ost fördern will, sollte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das ganze Land beherzt verbessern. Dazu gehören weitere Reformschritte vor allem am Arbeitsmarkt, bei Sozialsystemen und Unternehmenssteuern sowie Forschung und Entwicklung. Von Fortschritten in diesen Bereichen könnten die neuen Länder in besonderer Weise profitieren.

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