Diverses Sommerschlussverkauf: Drastische Rabatte sollen Kunden ködern

Mit drastischen Preisabschlägen will der deutsche Einzelhandel im diesjährigen Sommerschlussverkauf die monatelange Kaufzurückhaltung nach der Euro-Einführung stoppen. Das kündigte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels am Freitag in Berlin an.

Mit drastischen Preisabschlägen will der deutsche Einzelhandel im diesjährigen Sommerschlussverkauf die monatelange Kaufzurückhaltung nach der Euro-Einführung stoppen. Rabatte bis zu 80 Prozent für reine Sommermode wie Badehosen oder T-Shirts kündigte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Freitag in Berlin an. Größtenteils sollen die Preisnachlässe ab Montag wegen der gut gefüllten Lager mit 50 bis 60 Prozent noch höher als im vergangenen Jahr liegen. Der Handelsverband BAG erwartet ein „Preis-Feuerwerk in seltenem Ausmaß“.

Seit der Währungsumstellung klagen die Händler über drastische Umsatzeinbrüche. „Die Menschen sind verunsichert und behalten ihr Geld“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen, Eberhard Lukas. Allein in Sachsen hätten die Textilienverkäufer auch wegen der „unsäglichen Euro-Teuro-Diskussionen“ Einbußen von 8 bis 10 Prozent hinnehmen müssen.

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„Wegen des schlechten Wetters und der seit Jahresbeginn anhaltenden Konsumflaute sind die Sommerlager brechend voll“, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Um Platz für die Herbst- und Winterkollektionen zu schaffen, lockten viele Kaufhäuser die Kunden schon vor dem offiziellen Start des zweiwöchigen Schlussverkaufs mit niedrigen Preisen. „Wir versuchen, das Jagdfieber mit Schnäppchen zu wecken“, sagte die Sprecherin des größten deutschen Kaufhauses, dem Kaufhaus des Westens in Berlin. Verbraucherschützer empfahlen, bei den attraktiven Angeboten auch auf die Qualität zu achten.

Auch in den anderen deutschen Städten gehen von München über Düsseldorf bis Kiel die Preise in Keller. „Wer jetzt nicht kauft, ist selber schuld“, meinte Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord-Ost. In Hamburg hoffen die Geschäfte auch auf zahlreiche Touristen als Kunden. Das Wetter scheint dabei nach den verregneten Wochen endlich mitzuspielen. Ab dem Wochenende haben die Meteorologen die Rückkehr des Sommers angekündigt.

Angesichts der Verluste der vergangenen Monate forderte der BAG die Abschaffung der Schlussverkaufsregelungen, die nur Preisnachlässe für Textilien, Bekleidung, Schuh- und Lederwaren sowie Sportartikel vorsehen. „Bei der Gewährung von Rabatten sollten dem Handel keinerlei Einschränkungen mehr auferlegt werden“, sagte BAG-Sprecherin Birgit Woitke. Dagegen sieht der HDE im klassischen Schlussverkauf nach wie vor einen wichtigen Profitbringer. „Es zahlt sich seit Jahrzehnten aus, dass der SSV überall gleichzeitig stattfindet“, sagte Pellengahr.

dpa

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