Diverses Spätestens im Herbst geht’s wieder aufwärts

Die Stimmung im deutschen industriellen Mittelstand verbessert sich langsam. Von der Regierung fordern die Unternehmen vor allem Bürokratieabbau.

Der industrielle Mittelstand bewertet die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wieder optimistischer. Das ist ein Ergebnis der Herbstumfrage des Mittelstandspanels 2009 des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Von den knapp 1500 Unternehmen, die an der Onlinebefragung teilgenommen haben, beurteilten zwar 44,4 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als negativ, dies sind jedoch 10 Prozent weniger als noch im Frühjahr. Die Zahl der positiven Einschätzungen stieg im selben Zeitraum von 11,1 auf 15,8 Prozent. „Das Ende des wahlkampfbedingten Reformstillstands wird von der mittelständischen Industrie offensichtlich positiv bewertet“, sagte der Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschusses Arndt G. Kirchhoff.

Als wichtigste politische Handlungsfelder für die neue Regierung betrachtet die mittelständische Industrie den Bürokratieabbau (90 Prozent), die Senkung der Lohnzusatzkosten (87 Prozent), die Stärkung von Bildung und Ausbildung (82 Prozent) sowie die Reform der Einkommensteuer (79 Prozent). Diese Reihenfolge der Forderungen hat sich auch in der Krise nicht geändert.

Anzeige

Keine flächendeckenden Finanzierungsprobleme

Die Sicherung der Unternehmensfinanzierung, die in der öffentlichen Diskussion eine herausragende Rolle spielt, rangiert auf der Prioritätenliste des industriellen Mittelstands nur auf Platz 5. Trotz Krise habe es bisher keine flächendeckenden Probleme bei der Unternehmensfinanzierung gegeben, heißt es in der BDI-Studie.

Dennoch warnt Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank, Kurt Demmer, vor der Gefahr einer Kreditklemme. Viele Unternehmen hätten sich zwar 2009 durch einen harten Sparkurs und massive Investitionskürzungen Liquiditätsspielräume erschließen können, mit sich belebender Konjunktur werde die Kreditnachfrage jedoch wieder zunehmen, während das Kreditangebot vorerst eingeengt bleibe.

Nach eigenen Angaben mussten zwei von drei mittelständische Industrieunternehmen im ersten Halbjahr 2009 Umsatzeinbußen verkraften, jedes dritte sogar Rückgänge von mehr als 20 Prozent. Die Aussichten der eigenen Wirtschaftslage beurteilen die Unternehmen jedoch wieder besser, für den Herbst 2010 sogar überwiegend positiv.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...