Diverses Sprengstoff Familie

Die Doppelbelastung aus Geschäft und Familie kann Firmenchefs regelrecht zermürben. Drei Beispiele, wie Mittelständler die Herausforderung dennoch meistern.

Als Bernhard Kallup 1992 den Chefsessel beim Büromöbelhersteller Sedus Stoll in Waldshut einnahm, hatte er bittere Einschnitte zu verkünden. 40 Prozent der Belegschaft verloren den Job – eine Katastrophe für die ländliche Region im Südschwarzwald. Die Reaktion: Morddrohungen gegen Kallups Familie, die Kinder mussten zur eigenen Sicherheit aufs Internat wechseln.

Als Robert Wolf Mitte der 80er Jahre den Rückzug aus seiner Firma Wolfcraft vorbereitete und zwei Söhne zu Nachfolgern erkor, verlangten die anderen vier Kinder eine Entschädigung. Für den Vater brach eine Welt zusammen. Der Familienzwist brodelt noch heute. Robert Wolf ist in seinem Streben nach familiärer Harmonie schwer enttäuscht.

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Zugegeben, zwei extreme Fälle. Aber sie zeigen, wie eng Firma und
Familie gerade bei Mittelständlern oft verwoben sind. Auch bei Angelika Aschenbrenner war die familiäre Situation schicksalhaft überschattet. Als ihr Mann 1991 bei einem Unfall ums Leben kam, übernahm sie von heut auf morgen die Führung der Aschenbrenner Werkzeug- und Maschinenbau GmbH. Und sie musste die Doppelbelastung Mutter/Chefin bewältigen. Das bereitet Stress: „Ich kann mich nicht zerteilen“, ist in solcher Situation ein häufiger Hilferuf.

Mit der Firma verheiratet

Die konfliktfreie Aufteilung des kostbaren Zeitbudgets – hier das Tagesgeschäft, dort die Zuwendung zu Partner und Kindern – scheint für manche Mittelständler eine schwer lösbare Aufgabe zu sein. „Viele führen eine Doppel-Ehe“, sagt der Freiburger Unternehmens-Coach Hans-Georg Huber, „die nicht selten zum Burnout führt.“ Und zu Verwerfungen in der empfindlichen Verbindung mit dem privaten Umfeld des Unternehmers, wie in den Fällen Kallup und Wolf.

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Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2006, Seite 54, nachlesen.

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