Diverses Steinbrücks merkwürdige Geschäfte

Gerd Kühlhorn: stellvertretender impulse-Chefredakteur

Gerd Kühlhorn: stellvertretender impulse-Chefredakteur© Michael Dannenmann

Der mittägliche Kommentar auf impulse.de zu aktuellen Themen rund um den Mittelstand. Heute: Gerd Kühlhorn, stellvertretender Chefredakteur, zum Kampf gegen Steuersünder - und den damit verbundenen unmoralischen Angeboten, die das Finanzministerium erreicht.

Als sich Finanzminister Peer Steinbrück das erste Mal auf einen Deal mit einem Nachrichtenhändler einließ, der in seinem Heimatland wegen schwerer strafrechtlicher Vergehen von der Justiz gesucht wird, da glaubte er noch, einen Coup gelandet zu haben. Immerhin musste er nur wenige Millionen Euro aus der Staatskasse investieren, um Steuersünder dingfest zu machen, denen er jetzt womöglich das Hundertfache an Nachzahlungen abknöpfen kann. Allein, was Steinbrück bei diesem rechtlich höchst zweifelhaften Geschäft nicht bedacht hat: Sein Vorstoß, und mehr noch die für ihn willkommene PR drum herum, macht den Minister zu einem der gefragtesten Gesprächspartner von Geschäftsleuten, deren Firmensitz nicht selten eine deutsche Justizanstalt ist.

Diese Herren aus dem Milieu versuchen jetzt mit immer neuen verlockenden Adressangeboten vermeintlicher Steuersünder weitere Millionen aus dem Haus Steinbrück abzuziehen. Hatte das Ministerium auf seiner ersten gekauften CD-Rom nur ein paar Hundert Namen bekommen, bot danach ein Häftling in Mecklenburg-Vorpommern gleich mehr als 2.000 Verdächtige. Die aktuell höchste Notiz aus der Branche der halbseidenen Informanten liegt bei 30.000 Konto-Daten, diesmal aus der Schweiz.

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Wie soll das jetzt weitergehen, was kommt als nächstes? Gründen Finanzministerium und Vertreter der organisierten Kriminalität vielleicht bald eine eigene Firma zur Beschaffung von Informationen über Bundesbürger, die sich dadurch verdächtig machen, dass sie über etwas mehr Geld verfügen als der Durchschnitt? Wie intim will der Minister mit solch mafiös anmutenden Strukturen noch kooperieren? Er wird sich bald entscheiden müssen – denn soviel ist sicher: Das nächste Angebot kommt bestimmt.

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