Diverses Steuer-Schock: 127 Milliarden Euro fehlen

Rezession amtlich Schlimmer geht s kaum: 126,4 Milliarden Euro fehlen dem Staat bis 2006. Zudem sank die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten um 0,2 Prozent.

Der Staat muss dieses Jahr und in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 126,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen weniger auskommen als bisher prognostiziert. Das ist das Ergebnis der amtlichen Steuerschätzung, die Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) heute in Berlin vorstellte.

Bund und Länder trifft es annähernd gleich stark. Der Bund muss der Prognose zufolge zwischen 2003 und 2006 einen Steuerschwund von 51,5 Milliarden Euro verkraften. Das Minus der Länder beträgt 55,1 Milliarden Euro. Die Kommunen – fehlen 18,9 Milliarden Euro. Die übrigen 2,3 Milliarden Euro entfallen auf die Europäische Union.

Anzeige

Doch selbst diese Zahlen sind noch optimistisch. Denn die Schätzer gingen nach Vorgabe der Bundesregierung von Wachstumsraten aus, die in- und ausländische Konjunkturforscher als unrealistisch betrachten. Die Prognose basiert auf einem angenommenen Wachstums von 0,75 Prozent in diesem, 2,0 Prozent im nächsten Jahr, 3,0 Prozent in 2005 und 3,25 Prozent in 2006.

Unterdessen lieferte heute auch das Statistische Bundesamt erschreckende Zahlen: Das Bruttoinlandsprodukt hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,2 Prozent vermindert. Damit ist die Rezession für das erste Quartal jetzt auch amtlich bestätigt. Die im Vergleich zum Vorquartal geringere Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2003 ergab sich vor allem aus einem Anstieg der Importe, der deutlich über dem der Exporte lag und zu einem negativen Wachstumsbeitrag des Exportüberschusses (Außenbeitrag) führte, so die Statistiker.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...