Diverses Steuerlos im Netz

Seit 14 Jahren versuchen sich Bund und Länder erfolglos an der Entwicklung einer Finanzsoftware. Ende offen.

Es liegt Aufbruchstimmung in der Luft, als der Finanzminister vor die Presse tritt. Radikal einfach soll das Steuerrecht werden und radikal schnell die Ämter bei der Bearbeitung. Für Letzteres wird an einer neuen Software der öffentlichen Hand getüftelt.

Fiscus heißt das verheißungsvolle Projekt, kurz für Föderales Integriertes Standardisiertes Computer-Unterstütztes Steuersystem. Es brauche natürlich ein bisschen Vorlaufzeit, bremst der Minister. Computer und Software – man wisse ja um die Komplexität der Dinge.

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Das war im Sommer 1994. Theo Waigel gab den optimistischen Finanzminister. Er ist längst im Ruhestand. Auf die Wundersoftware Fiscus wartet die Welt immer noch: Mit ihr sollten alle 680 Finanzämter arbeiten und sämtliche Steuervorgänge endlich bundeseinheitlich verwalten. Mit Projekten der Informationstechnologie, IT, stehen Behörden immer wieder auf Kriegsfuß. Die Pannen beim Lkw-Mautsystem waren peinlich – aber irgendwann doch behoben. Hier hingegen ist das Versagen chronisch.

„Die Entwicklung der Steuersoftware Fiscus seit den 90er Jahren ist wohl eines der blamabelsten IT-Projekte der öffentlichen Hand“, urteilt Markus Klimmer, Experte der Unternehmensberatung McKinsey. Er hat kürzlich in einer Studie errechnet, dass die Behörden durch professionelles Management bei den Ausgaben für die IT gut zwei Milliarden Euro pro Jahr einsparen könnten – das sind fast 20 Prozent des Gesamtetats von geschätzten elf Milliarden Euro.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 06/2006, Seite 39, nachlesen.

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