Diverses Steuern auf Antiquitäten

Hans Eichel verlangt Steuern auf den Verkauf privater Wertgegenstände

Ein weiteres Stück aus Hans Eichels Tollhaus: Wer seinen Oldtimer, das alte Tafelsilber, die Briefmarken oder seine Bildersammlung verhökert, soll künftig das Finanzamt in seine Rechnung einbeziehen.

Wie es aus dem Bundesfinanzministerium heißt, gehören solche Deals auch zu den steuerpflichtigen Einnahmen aus privaten Veräußerungsgeschäften. Werden dabei Gewinne erzielt, sollen die Beamten demnächst 15 Prozent Steuern verlangen. Bei Anschaffungen vor dem 21. Februar 2003 unterstellt das Finanzamt automatisch einen Gewinn in Höhe von zehn Prozent des Verkaufspreises. Ausgenommen von der Steuerpflicht auf Spekulationsgewinne sind nur so genannte Gegenstände des täglichen Gebrauchs.

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Der Wahnsinn an Beispielen: Verscherbelt eine Familie ein Silberbesteck, dass sie an Feiertagen benutzt hat, ist ein Verkaufsgewinn steuerfrei. Hat sie das gleiche Besteck als Sammlung höchstens ab und zu geputzt, verlangt das Finanzamt Steuer. Und was ist mit dem alten Stich, der jahrzehntelang im Wohnzimmer gehangen hat? Wird der vom Finanzamt als Gegenstand des täglichen Gebrauchs anerkannt? Experten sind schon jetzt gespannt auf die Ausführungsbestimmungen.

Ganz abgesehen davon, dass eine Kontrolle aller Privatgeschäfte durch den Fiskus überhaupt nicht möglich ist: Wer auf Nummer Sicher gehen will, sucht jetzt alte Rechnungen von Wertgegenständen heraus, die er auf dem Flohmarkt oder bei einer Auktion verkaufen will. Denn wenn er nachweisen kann, dass er seine Antiquitäten unter Einstand abgegeben hat, kann er die Verluste sogar noch auf Spekulationsgewinne aus Wertpapier- oder Immobiliengeschäften anrechnen.

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