Diverses Steuernummer auf Taxiquittung nicht erforderlich

Seit Juli 2002 müssen die Ausgangsrechnungen eines Unternehmens die Steuernummer enthalten. Fehlt diese Nummer auf einer Taxiquittung, drohen Steuerzahlern aber keine Konsequenzen.

Fernsehinterviews, Kongresse, Fachtagungen – die freie Journalistin Sandra J. ist vielbeschäftigt und häufig mit dem Taxi unterwegs. Die Zeit ist fast immer knapp bemessen und die Taxiquittungen, die sie erhält, steckt sie meist ungelesen in die Tasche. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen: Denn auch unscheinbare Dokumente wie Taxiquittungen können steuerliche Fragen aufwerfen.

Der Hintergrund: Unternehmer müssen seit dem 1. Juli 2002 auf allen Ausgangsrechnungen die Steuernummer angeben, unter der sie beim Finanzamt geführt werden. Die Rechnung muss außerdem bestimmte Angaben enthalten und berechtigt zum Vorsteuerabzug. Der Leistungsempfänger kann sich also die ihm in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückholen.

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Findige Steuerexperten hat das auf die Idee gebracht, diese Regelung auf Taxiunternehmen anzuwenden mit der Folge, dass auch Taxiquittungen die Steuernummer des Taxiunternehmers enthalten müssen. Fehlt die Nummer, müsste das Beförderungsunternehmen mit Umsatzsteuer-Sonderprüfungen rechnen, der Fahrgast verlöre den Vorsteuerabzug.

Doch Steuerberater Helmut Lehr aus Appenheim bei Mainz gibt Entwarnung: „Auf Fahrausweisen und Taxiquittungen im Wert bis 100 Euro muss die Steuernummer nicht vorhanden sein, das hat das Bundesfinanzministerium inzwischen klargestellt.“ Den Erlass (Aktenzeichen IV B 7 – S 7280 – 151/02) können Steuerzahler auf den Internetseiten des Bundesfinanzministeriums
herunterladen. Doch auch wenn die Taxiquittung einen höheren Betrag umfasst, drohen – so Helmut Lehr – keine Konsequenzen. Das bedeutet:

  • Wer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann die in der Quittung ausgewiesene Mehrwertsteuer nach wie vor als Vorsteuer beim Finanzamt einfordern.
  • Auch bei der Einkommensteuer entstehen keine Nachteile. Das Finanzamt muss die Quittung als Beleg für abzugsfähige Fahrtkosten weiterhin anerkennen.
  • Das Taxiunternehmern muss nicht mit einer Sonderprüfung rechnen.

Weitere Informationen zum Thema:

Vorsteuerabzug: So muss eine Eingangsrechnung aussehen

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