Diverses Steuertipps zum Jahresende

Zusätzlich zu den zehn Reformtipps in Heft 11/2007 finden Firmenchefs hier jede Menge Steuertipps zum Jahresende. Von Abschreibung über Firmen­wagen bis hin zu Zinsaufwand.

1. Personalkosten kalkulieren

Muss der Firmenchef im nächsten Jahr etliche Mitarbeiter freisetzen, dann sollte er den notwendigen Sozialplan bis zum Ende des Jahres mit dem Betriebsrat festzurren. Denn nur dann gibt es für die Bilanz 2007 eine Steuer senkende Rückstellung.

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2. Sparen und investieren

Unternehmer, die nicht mehr als 210.000 Euro Betriebsvermögen in ihrer Bilanz stehen haben, können Gewinn und Steuerlast punktgenau austarieren. Dazu nutzen sie für spätestens in zwei Jahren geplante Investitionen in Maschinen, Fuhrpark oder Geschäftsausstattung den neuen „Investitionsabzugsbetrag“ in Höhe von 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten. Auf diese Weise lässt sich der Gewinn um bis zu 200.000 Euro drücken. Gilt für selbst hergestellte, neu sowie gebraucht gekaufte Anlagegüter (ohne Immobilien).

3. Bilanz säubern

Zeichnen sich für dieses Jahr schwache Gewinne oder gar Verluste ab, nutzen Unternehmer die Gelegenheit, um nicht unbedingt benötigtes Firmenvermögen in den privaten Bereich zu schaufeln. Etwa Firmenwagen, Büromöbel oder überflüssige Computer. Dafür fallen in gewinnarmen Zeiten gar keine oder nur geringe Steuern auf stille Reserven an.

4. Kinder betreuen lassen

Arbeitet die Ehefrau in der Firma mit: Kosten für die Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder sind voll absetzbar. Überdies lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Für Hort, Kindergarten oder Tagesmutter. Ebenso die Betreuung im Betriebskindergarten.

5. Optimal leasen

Steht zum Jahresende ein neuer Firmenwagen an, kann man mit der Leasing-Firma eine dicke Sonderzahlung vereinbaren. Das macht sich bezahlt für Freiberufler oder Unternehmer mit Einnahme- Überschuss-Rechnung. Auch für GmbH-Chefs, die das Auto selbst leasen und an die Firma vermieten. Sie dürfen die Sonderzahlung sofort bei der Steuer absetzen. Freilich nur den Teil, der auf betriebliche Fahrten entfällt. Extratipp: Das Auto in diesem Jahr ausschließlich für die Firma nutzen (Nachweis per Fahrtenbuch) und die Sonderzahlung auf einen Schlag abziehen.

6. Degressiv abschreiben

Steinbrücks Steuergeschenk nutzen: Wer noch 2007 Maschinen, Fahrzeuge, Geschäftsausstattung anschafft, kann die Kosten per degressiver Abschreibung (bis zu 30 Prozent) zügig wieder reinholen.

7. Extrabüro einbauen

Das Modell steht auf der Streichliste von Schwarz-Rot weit oben, funktioniert aber noch: Firmenchefs, die im neuen Familienheim gleich ein Arbeitszimmer mit einbauen, können reichlich Umsatzsteuer vom Finanzamt einkassieren. Dazu schlagen sie das private Haus nur für die Umsatzsteuer komplett ihrem Unternehmen zu. Dann bekommen sie die Vorsteuer aus sämtlichen Handwerkerrechnungen vom Finanzamt erstattet. Allerdings kostet die Nutzung der privaten Räume – freilich nur 19 Prozent auf ein Zehntel der anteiligen Abschreibungsbeträge. Unter dem Strich ein prima Geschäft.

8. Rückstellungen bilden

Haben die Kunden Ansprüche auf Schadenersatz, Gewährleistung oder Kulanz aus Umsätzen der letzten Zeit, ist dafür eine gewinnmindernde Rückstellung fällig. Entweder mit dem konkreten Betrag jedes einzelnen Falls oder pauschal mit 0,5 Prozent des Umsatzes. In die Bilanz 2007 gehört auch der im nächsten Jahr anfallende Aufwand für noch nicht genommenen Urlaub der Mitarbeiter (Gehalt plus Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung). Ebenso rückstellungsfähig: Kosten für die Erstellung des Jahresabschlusses, Prozesskosten, Jubiläen sowie für Gewerbesteuer.

9. Günstig finanzieren

Für Investitionen besorgen sich gestandene Chefs oder Existenzgründer Darlehen von Angehörigen – nach dem Muster von Zerobonds. Der besondere Vorteil: Die Firma zahlt die Darlehenszinsen erst Jahre später, setzt sie aber laufend ab – und spart Jahr für Jahr in der Spitze 42 Prozent (ab 2008: 45 Prozent) Einkommensteuer.

10. Schöner reisen

Unternehmer, die in diesem Jahr Geschäftsreisen und Privatvergnügen miteinander kombiniert haben, setzen jetzt mehr von ihren Ausgaben bei der Steuer ab. Und zwar mindestens die Übernachtungs- und Verpflegungskosten für die ganz klar beruflich genutzten Tage der Reise. Die Fahrtkosten teilen sie neuerdings im Verhältnis Job zu Freizeit auf. Den betrieblichen Anteil ziehen sie ab. Sollte das Finanzamt Schwierigkeiten machen, dann verweisen sie auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen VI R 94/01).

11. Geschäftsfahrten nachweisen

Wollen Firmenchefs Privatfahrten bei der Steuer pauschal mit der Ein-Prozent-Methode abrechnen, müssen sie nachweisen, dass sie mit dem Auto zu über 50 Prozent auf Geschäftsreisen unterwegs sind. Dazu reichen Notizen, Eintragungen in Terminkalendern oder Reisekostenaufstellungen. Und zwar für drei Monate. Dann ist die Pauschalmethode für die nächsten Jahre sicher. Ein formelles Fahrtenbuch ist nicht notwendig (impulse 9/2006). Wer dagegen ein teures Auto meist für die Firma nutzt, kommt mit einem Fahrtenbuch bei der Steuer am besten weg.

12. Reparaturen angehen

Werden sowieso notwendige Reparaturen an Firmengebäuden oder am Inventar in dieses Jahr vorgezogen, senkt das den steuerpflichtigen Gewinn drastisch. Selbst wenn die Handwerker die Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr abschließen können, ist eine ordentliche Zwischenrechnung drin. Fehlt es momentan an Liquidität, oder sind die Fachfirmen für dieses Jahr ausgebucht, schätzen Firmenchefs den Aufwand großzügig und packen ihn in eine Steuer sparende Rückstellung. Die Arbeiten müssen dann allerdings bis zum 31. März 2008 erledigt sein.

13. Familie beschäftigen

Trotz der jetzt höheren Abgaben für Minijobs (30 Prozent pauschal statt bisher 25 Prozent), lohnt es sich immer noch, den Ehegatten oder Kinder geringfügig zu beschäftigen. Etwa als Aushilfen im Verkauf oder der Buchhaltung. Maximal 400 Euro Monatsgehalt erlauben Sozialkassen und Finanzamt. Selbst dann, wenn die Angehörigen in einer anderen Firma einen Hauptjob haben. Der Unternehmer setzt Gehalt und pauschale Abgaben komplett ab.

14. Risiken berücksichtigen

Stehen in der Buchhaltung zu große Vorräte an Fertigwaren, Rohstoffen, Halbfabrikaten oder Zubehör, bewerten vorsichtige Firmenchefs die Lagerbestände für die Bilanz 2007 neu. Dabei berücksichtigen sie, dass die Waren voraussichtlich nur noch mit Preisabschlägen absetzbar sind. Solche potenziellen Verluste rechtfertigen sogenannte Teilwertabschreibungen. Dazu ziehen die Firmenchefs die voraussichtlichen Preisminderungen von den Werten laut Inventur ab und verbuchen den Abschlag als Verlust.

15. Kfz-Kosten deckeln

Begnügt sich der Firmenchef mit einem älteren Pkw für seine betrieblichen Fahrten (kann auch ein Oldtimer sein!), sind die Fahrzeugkosten in der Buchhaltung oft niedriger als ein Prozent vom ursprünglichen Listenpreis. Versteuert der Unternehmer seine privaten Trips nach der pauschalen Ein-Prozent-Methode, zahlt er dann zu viel. Er darf stattdessen nur die tatsächlichen Kosten versteuern – und sparen.

16. Mehrarbeit vergüten

GmbH-Chefs, die auch nachts oder an Sonn- und Feiertagen für die Firma da sein müssen, zählen jetzt die in diesem Jahr geleisteten Überstunden für diese ungewöhnlichen Zeiten. Sind die Extraarbeiten notwendig, und zahlt der Chef selbst leitenden Mitarbeitern steuerfreie Zuschläge für die Mehrarbeit, darf auch er sich so ein Zubrot gönnen. Und Teile seines Gehalts steuer- und sozialversicherungsfrei einstreichen.

17. Gebäude schneller abschreiben

Unternehmer, die für ihre Firma einen Neu- oder Umbau durchziehen, rechnen alle Gewerke aus der Gesamtrechnung raus, die sich auf sogenannte Betriebsvorrichtungen beziehen. Das sind Wirtschaftsgüter, durch die das Gewerbe unmittelbar betrieben wird. Etwa eine Arbeitsbühne, Ladeneinbauten, die Klimaanlage, die speziell für die EDV-Zentrale eingebaut worden ist, oder ein Lastenaufzug. Diese Teile sind schneller abzuschreiben als das Gebäude selbst. Meist über zehn bis 15 Jahre statt sonst 33 Jahre.

18. Rücklagen bilden

Betrifft Unternehmer, die mit einer Einzelfirma oder als Personengesellschaft unterwegs sind: Schöne Gewinne aus dem Verkauf von Firmenimmobilien parken die in einer speziellen Rücklage in der Bilanz. Maximal vier Jahre. Die Beträge stecken sie dann wieder in Betriebsgebäude oder Beteiligungen. Und der erzielte Gewinn bleibt steuerfrei. Wer die Investitionsfrist versäumt, muss die Rücklage auflösen und dem Gewinn zurechnen. Inklusive eines Strafzuschlags von sechs Prozent pro Jahr.

19. Archiv steuerlich nutzen

Weil Bücher, Verträge, Korrespondenz und Belege viele Jahre aufzubewahren sind, bilden Firmenchefs eine Rückstellung für die Archivierungskosten. Es fallen Mietkosten, Abschreibungen für Regale, Wartungskosten für die EDV oder Mieten für Räume an. Besonders teuer werden die Kosten für das Vorhalten alter Hard- und Software, wenn die Firma in neue Computer investiert. Die alten Anlagen und Programme müssen für das Finanzamt verwahrt werden (digitale Betriebsprüfung).

20. Kosten vorziehen

Will die Familie eine vermietete Immobilie demnächst selbst nutzen, lässt sie aufwendige Renovierungsarbeiten beizeiten durchführen. Selbst wenn sie dafür einen Kredit von der Bank aufnehmen muss. Die fälligen Zinsen darf der Hauseigentümer neuerdings selbst noch dann als »nachträgliche Werbungskosten« absetzen, wenn er längst mit der Familie eingezogen ist.

21. Disagio absetzen

Brauchen Immobilienbesitzer aktuell Kredite für Renovierung oder Sanierung, ziehen sie die Darlehenszinsen Steuer sparend vor. Indem sie mit der Bank oder Sparkasse ein Disagio vereinbaren. Das Finanzamt akzeptiert maximal fünf Prozent.

22. Schöner wohnen

Bevor Bundesfinanzminister Steinbrück den Rotstift ansetzt: Eigentümer von denkmalgeschützten Immobilien bestellen jetzt noch die Handwerker und setzen den Sanierungsaufwand schrittweise ab. Acht Jahre jeweils neun Prozent und vier Jahre jeweils sieben Prozent. Wer damit noch 2007 beginnt, hat die Steuervorteile für die nächsten zwölf Jahre garantiert sicher. Besonders wichtig für Vermieter, die zum Beispiel die Jugendstilvilla innerhalb der letzten drei Jahre erworben haben.

23. Aufwand verteilen

Vermieter haben die Wahl: Investieren sie größere Beträge (ab etwa 2000 Euro) in die Modernisierung oder Renovierung ihrer Immobilien, können sie die Summe sofort als Werbungskosten von ihren Mieteinkünften abziehen. Oder sie verteilen die Kosten gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre. Das rechnet sich, wenn beispielsweise in diesem Jahr der volle Steuerabzug zu wenig bringt.

24. Beratungskosten splitten

Betrifft vor allem Familien mit größerem Grundbesitz: Hilft ein Steuerberater beim Erstellen der Einnahmen und Ausgaben für Mietshäuser und Eigentumswohnungen, sollte man aufgeschlüsselte Beraterrechnungen einfordern. Für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen sowie für den Hauptvordruck der Steuererklärung. Denn nur so bringt die Familie praktisch alle Steuerberatungskosten beim Finanzamt unter.

25. Verluste anrechnen

Ferienwohnungen im Ausland nicht vergessen. Denn die dort verbuchten roten Zahlen mindern neuerdings die Steuern in Deutschland (»negativer Progressionsvorbehalt«). Deshalb prüfen, ob Steuerbescheide früherer Jahre noch offen sind und alte Verluste noch geltend gemacht werden können.

26. Mit Zinsen jonglieren

Smarte Vermieter machen ihre Kreditzinsen zu Werbungskosten. Dazu richten sie drei Konten ein: Eins für alle Immobilieneinnahmen, eins für alle Ausgaben und eins für privat. Wird etwa für den Kauf der privaten Limousine oder des PS-starken Geländewagens Geld benötigt, wird es vom Einnahmenkonto auf das private überwiesen. Ausgaben laufen über das im Soll geführte Ausgabenkonto. Die Zinsen dafür sind Steuer mindernde Werbungskosten.

27. Zinsen verlagern

Weitsichtige Eltern übertragen ihren Kindern Zinspapiere, um die fällige Steuer zu optimieren. Denn Kinder kassieren in diesem Jahr noch 750 Euro steuerfrei. Hinzu kommen Werbungskostenpauschale (51 Euro), Grundfreibetrag (7664 Euro) und Sonderausgabenpauschale (36 Euro). Zusätzlich kassieren Kinder Spekulationsgewinne bis 511 Euro steuerfrei (Steuerberater einschalten).

28. Riester mitnehmen

Nichts verschenken: Um sich die staatliche Zulage für sogenannte Altersvorsorgeverträge (Riester-Rente) zu sichern, schließen auch Firmenchefs eine solche Police ab. Funktioniert, wenn der Ehegatte im eigenen oder in einem frem den Unternehmen beschäftigt ist und bereits einen eigenen Riester-Vertrag geschlossen hat. Beiträge einzahlen muss der Firmenchef nicht. Dennoch gibt es doppelte Zulage. Zweimal 114 Euro plus 138 Euro pro Kind. Auf diese Weise erzielt der Ehegatte eine rasante Rendite.

29. Erträge verschieben

Wer in den nächsten Jahren auf laufende Zinsen verzichten kann, setzt jetzt auf Null-Kupon-Anleihen (Zerobonds). Der Ertrag dieser Papiere fällt erst bei Verkauf oder Einlösung an – also in ferner Zukunft. Und dann zahlt der Anleger nur noch 25 Prozent Abgeltungsteuer (ab 2009) statt bis zu 42 Prozent Einkommensteuer (ab 2008: 45 Prozent). Ähnlich profitiert, wer Geld in Stufenzins-Anleihen anlegt. Mit anfangs niedrigen, dann über die Jahre steigenden Zinskupons.

30. Altverluste retten

Anleger, die in den vergangenen Jahren mit ihren Aktien oder anderen Wertpapieren Verluste verbucht haben, können diese jetzt noch Steuer sparend verrechnen. Entweder mit aktuellen oder künftigen Kursgewinnen an der Börse. Davon profitieren selbst Investoren, die bislang ihre roten Zahlen dem Finanzamt nicht offenbart haben und deren alte Steuerbescheide bereits bestandskräftig sind (Steuerberater einschalten).

31. Rote Zahlen nutzen

Aktienbesitzer sichten jetzt ihr Depot und trennen sich von Verlustpapieren, die sie im Laufe der letzten zwölf Monate gekauft haben. So stellen sie sicher, dass sie die Verluste mit den Gewinnen aus anderen Papieren verrechnen können, bei denen sie erfolgreich waren. Die Nutzung der Aktienverluste ist auch ein probates Mittel, um Gewinne aus Immobilienspekulationen kleinzurechnen. Und falls sie bei den Verlustpapieren neue Gewinnchancen sehen, kaufen sie sie einfach zurück.

32. Freibetrag disponieren

Ab 2007 ist der Sparerfreibetrag drastisch gesunken: von 1370 Euro auf 750 Euro (für Ehepaare gelten die doppelten Beträge). Heißt für Anleger: Sie sollten prüfen, wo sie Freistellungsaufträge deponiert haben, somit Kapitalerträge steuerfrei einstreichen. Am besten, sie konzentrieren die diversen Aufträge auf eine einzige Bank oder Sparkasse. Gutverdiener ändern zudem ihre Strategie. Sie steigen um von Anleihen mit steuerpflichtigen Zinsen auf steueroptimierte Rentenfonds. Denn die Fondsmanager setzen auf steuerfreie Kursgewinne statt laufende Zinseinnahmen. Und wer das Risiko nicht scheut, schichtet zum Teil in Aktienfonds um. Grund: Die erzielten Dividenden zählen für das Finanzamt nur zur Hälfte.

33. Mit Zinsterminen spielen

Der Kauf von Anleihen mit einem Zinszahlungstermin Anfang nächsten Jahres bringt eine kräftige Steuererleichterung. Denn die Bank verlangt von dem Käufer die seit dem letzten Zinszahlungstermin bis heute aufgelaufenen Erträge. Diese Stückzinsen kann der Anleger als negative Einkünfte aus Kapitalvermögen bei seinem übrigen Einkommen abziehen.

34. Betreuung absetzen

Ist der Ehepartner des Firmenchefs in einem anderen Unternehmen tätig, sammelt die Familie alle Rechnungen für die Betreuung der Kinder. Zum Beispiel für Kindergarten, Hort, Tagesmutter oder Au-pair-Mädchen. Diese Ausgaben sind zu zwei Dritteln absetzbar, maximal 4000 Euro pro Kind. Voraussetzung: Sohn oder Tochter sind über sechs, aber noch keine 14 Jahre alt. Sind dagegen die Kinder zwischen drei und sechs Jahre alt, braucht nur ein Ehepartner berufstätig zu sein, um den Steuervorteil einzustreichen.

35. Extrafirma installieren

Schnell noch eine GmbH & Co KG für umfangreichen Grundbesitz installieren. Damit lässt sich gewaltig Schenkungsteuer sparen. Dazu bringen die Eltern private Grundstücke, Mietshäuser oder Eigentumswohnungen in eine Firma ein (Immobilien-Verwaltungsgesellschaft). Anschließend schenken sie dem Sohn oder der Tochter Firmenanteile statt Immobilien. Der Dreh: Die Familie streicht so für privates Vermögen die besonderen Vorteile für Betriebsvermögen ein – Extrafreibetrag (225 000 Euro) und Wertabschlag (pauschal 35 Prozent).

36. Haus verrenten

Nur noch bis 31. Dezember 2007 möglich: Bevor die Bundesregierung die Schenkung- und Erbschaftsteuer drastisch erhöht, ziehen Eltern ohnehin geplante Immobilien-Schenkungen an die Kinder vor. Falls Vater und Mutter auf Mieteinkünfte angewiesen sind, sich aber nicht mehr selbst um die Immobilie kümmern wollen, übertragen sie den Grundbesitz gegen Rente. Dabei profitieren sie von den derzeit noch günstigen Steuerwerten für Haus und Grund. Zudem spart die Familie mit diesem Deal rasant Einkommensteuer.

37. Beste Ausbildung sichern

Besuchen Unternehmerkinder eine anerkannte Privatschule, können die Eltern 30 Prozent der Unterrichtskosten bei der Steuer absetzen (hier gibt es keinen Höchstbetrag). Davon profitieren Familien neuerdings auch dann, wenn der Nachwuchs an einer deutschen Schule im Ausland lernt.

38. Renovieren und sparen

Beschäftigt ein Unternehmer Handwerker für Renovierung oder Modernisierung der privaten Wohnung, kann er neuerdings 20 Prozent der Arbeitskosten (ohne Material) von seiner Steuerschuld abziehen, maximal 600 Euro. Diesen Vorteil berücksichtigt das Finanzamt zusätzlich zu den sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen. Also etwa Putzen, Kochen, Waschen, Gartenarbeit oder Winterdienst. Absetzbar auch hier 20 Prozent der Ausgaben, höchstens 600 Euro. Wichtig: In beiden Fällen will das Finanzamt Rechnungen und Zahlungsbelege sehen.

39. Freibeträge nutzen

Clevere Eltern nutzen alle zehn Jahre die Freibeträge, um Vermögen auf die Kinder zu übertragen. Bis zu 205.000 Euro bleiben jeweils steuerfrei (persönlicher Freibetrag), wenn Vater und Mutter Bargeld, Wertpapierdepots, Firmenbeteiligungen oder Grund vermögen an den Nachwuchs weiterreichen. Wer noch in diesem Jahr schenkt, hat die günstigen Steuerwerte für Betriebsvermögen sicher – niedrige Bilanzwerte, 225.000 Euro Extrafreibetrag, 35 Prozent pauschaler Bewertungsabschlag heißen die Privilegien. Obendrein profitiert die Familie davon, dass Immobilien derzeit nur mit 50 bis 70 Prozent des Verkehrswerts zu versteuern sind (Steuerberater einschalten).

40. Preiswert schenken

Seit Karlsruhe das Erbschaftsteuerrecht für verfassungswidrig erklärt hat, prüfen Eltern, ob sie Vermögen vorzeitig an die Kinder weitergeben sollen. Das rechnet sich auch bei Lebensversicherungen, die erst demnächst fällig sind. Denn derzeit sind nur zwei Drittel der eingezahlten Prämien schenkungsteuerpflichtig – durchweg ein Bruchteil des Geldes, das die Versicherung später auszahlt. Wer die Police ohnehin verschenken wollte, sollte dies tun, bevor Berlin neue Spielregeln für die Erbschaft- und Schenkungsteuer installiert.

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