Diverses Steuerturbo Baudenkmal

Vermieter können die Ausgaben für Maßnahmen an einem denkmalgeschützten Gebäude erhöht absetzen. Wer das Gebäude selbst nutzt, kann die Baukosten wie Sonderausgaben steuerlich geltend machen.

Die Investition hatte sich gelohnt. Mit einer kräftigen Finanzspritze gelang es Michael N. seine denkmalgeschützte Villa in einem Kölner Vorort als Baudenkmal zu erhalten. Nach Abschluss der Baumaßnahmen bezog er sein schmuckes Domizil nicht selbst, sondern vermietete es an ein Unternehmerehepaar. Neben einer üppigen Miete darf sich Michael N. über attraktive Steuervorteile freuen.

Denn als Vermieter eines denkmalgeschützten Objekts kann Michael N. anstelle der üblichen Abschreibungsbeträge eine erhöhte Abschreibung in Anspruch nehmen. Die beträgt jeweils zehn Prozent der Kosten für Baumaßnahmen, die zur Erhaltung des Gebäudes als Denkmal notwendig oder zu einer sinnvollen Nutzung erforderlich sind. Die Beträge kann er im Jahr des Abschlusses der Baumaßnahmen und in den folgenden neun Jahren in der Steuererklärung geltend machen.

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Wer die Steuervergünstigung beanspruchen will, benötigt dazu eine entsprechende Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde. Danach muss das Gebäude oder der Gebäudeteil ein Baudenkmal sein. Außerdem muss aus der Bescheinigung hervorgehen, dass die Ausgaben zur Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder zur seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind. An die von der Denkmalschutzbehörde erstellte Bescheinigung ist das Finanzamt gebunden. Das gilt auch, wenn sich die Bescheinigung später als falsch herausstellt. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (Aktenzeichen IX R 62/98).

Kosten für die Erhaltung des Gebäudes -beispielsweise gewöhnliche Reparaturen oder Malerarbeiten – können Vermieter sofort als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen oder auf zwei bis fünf Jahre verteilen.

Bei Selbstnutzung gilt Sonderausgabenabzug

Wer ein Baudenkmal selbst bewohnt, kann weder Werbungskosten noch Betriebsausgaben ansetzen. Allerdings können Eigentümer die begünstigten Ausgaben jeweils bis zu zehn Prozent im Jahr des Abschlusses der Erhaltungsmaßnahmen und in den folgenden neun Jahren als Sonderausgaben abziehen. Auch im Jahr eines etwaigen Verkaufs des Denkmals ist der Abzug mit dem vollen Jahresbetrag von zehn Prozent zulässig.

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