Diverses Strafsteuer vermeiden

Ob teilen, outsourcen oder verlagern - Unternehmerfamilien können ihre Firmen endlich wieder ohne Finanzamt umstrukturieren.

Was Fritz und Peter Schulte* schon immer wollten, können sie jetzt in die Tat umsetzen. Die Unternehmersöhne aus Niedersachsen teilen in den nächsten Wochen ihre Maschinenbaufirma auf. Den Betrieb haben sie vor drei Jahren von den Eltern übernommen.

Für Fritz Schulte ist das operative Geschäft zu stressig. Stattdessen übernimmt er die Betriebsimmobilien und vermietet sie zu marktüblichen Konditionen. Im eigentlichen Geschäft hat dann Peter Schulte allein das Sagen. „Wenn die Transaktion über die Bühne ist, sind wir glücklich“, bekräftigt Unternehmer Peter Schulte, „vor allem, weil bei dieser Transaktion keinerlei Steuer anfällt.“

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Für Steuerfreiheit und mehr Planungssicherheit sorgt ein Schreiben aus dem Bundesfinanzministerium (Aktenzeichen IV B 2 – S 2242 – 6/06). Darauf haben Firmenchefs und Berater seit langem gewartet (impulse 8/2001). Denn damit präzisiert Berlin endlich die Kernvorschriften für so genannte Mitunternehmerschaften.

Fiskus gibt auf

Zum Segen für alle Inhaber von Personengesellschaften (GbR, OHG, KG, GmbH & Co KG) – das sind immerhin rund 80 Prozent aller mittelständischen Firmen: Die Unternehmer brauchen keine Steuern mehr auf stille Reserven zu zahlen, wenn sie die Firma neu aufstellen und dabei Betriebsvermögen umschichten. Etwa um den Betrieb fit zu machen für die Zukunft oder Streit um die Geschäftspolitik zu vermeiden.

Sei es, dass sie dabei Firmenanteile oder Immobilien neu sortieren, die für das Funktionieren des Betriebs wichtig sind („wesentliche Betriebsgrundlagen“). Sei es, dass sie die Firma in komplette Teilbetriebe gliedern oder einzelne Unternehmensbereiche (etwa Fertigung, Vertrieb, EDV) outsourcen. Steuerfrei läuft der Umbau freilich nur ab, wenn man die neuen Spielregeln strikt beachtet.

Wichtigste Voraussetzung ist, dass der Familienbetrieb fortgeführt wird – wenn auch in anderer Form (Steuerdeutsch: „Realteilung“). „Das war überfällig“, kommentiert der Kölner Steuerberater Manfred Eisenach, „Unternehmerfamilien brauchen für weit reichende Dispositionen klare Steuerkonditionen.“

*Namen geändert

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 06/2006, Seite 106, nachlesen.

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